
Die neuen US-Inflationsdaten könnten zur Belastungsprobe werden: Ölpreis, FED und KI-Rally stehen zugleich im Fokus der Anleger.
Vor den anstehenden US-Inflationsdaten wächst an den Märkten die Nervosität. Laut Maximilian Wienke, Marktanalyst bei eToro, könnte sich zeigen, ob der Inflationsanstieg im März auf 3,3% nur ein Ausreißer war – oder der Beginn einer neuen Phase hartnäckig hoher Teuerung.
Besonders der zuletzt volatile Ölpreis sorgt für Unsicherheit. Die Brent-Futures waren im April nochmals deutlich gestiegen, nachdem es bereits im März kräftige Preisaufschläge gegeben hatte. Selbst wenn sich die Lage rund um den Iran-Konflikt und die Straße von Hormus entspannen sollte, dürften die Auswirkungen höherer Energiepreise noch mit Verzögerung bei Verbrauchern und Unternehmen ankommen.
Wienke verweist dabei auf den sogenannten Inflationsüberhang: Auch wenn die Ursachen steigender Preise bereits nachlassen, wirken höhere Kosten oft noch über Monate nach. „Die Märkte ziehen bereits die Bremse, doch die Preise rollen noch weiter“, so der Analyst sinngemäß.
Entsprechend blickten Anleger nun gespannt auf die anstehenden US-Daten zum Verbraucherpreisindex (VPI) sowie zum Erzeugerpreisindex (EPI). Während der VPI die aktuelle Belastung der Verbraucher abbilde, gelte der EPI als Frühindikator für weiteren Preisdruck in der Wirtschaft.
Bislang hätten die Märkte steigende Inflationsrisiken weitgehend ausgeblendet – vor allem wegen der Hoffnung auf geopolitische Entspannung und sinkende Rohstoffpreise. Die jüngste Aktienrally basiere laut Wienke stark auf der Erwartung, dass sich die Lage im Nahen Osten stabilisiert und die Straße von Hormus als zentrale Ölroute offen bleibt.
Gerade die zuletzt dominierende KI-Rally an den Börsen könnte jedoch empfindlich auf neue Inflationssorgen reagieren. Viele Technologieunternehmen investieren massiv in KI-Infrastruktur und seien daher besonders abhängig von niedrigen Finanzierungskosten. Höhere Inflation würde den Druck auf die Notenbank erhöhen und die Hoffnung auf sinkende Zinsen weiter dämpfen.
Nach Einschätzung von eToro bleibt die Marktstimmung daher fragil: Solange Anleger an eine geopolitische Entspannung glauben, könnten schwächere Inflationsdaten toleriert werden. Stocken die Verhandlungen jedoch oder steigen die Preise weiter, drohe den Märkten rasch Gegenwind.
eToro zählt weltweit zu den bekannten Handels- und Investmentplattformen und betreut nach eigenen Angaben mehr als 38 Mio. registrierte Nutzer in 75 Ländern.
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