
Bei der 123 Fahrschule soll 2026 der operative Neustart nach einem Bereinigungsjahr werden. Nach Aussagen von Vorstand Boris Polenske sei das Geschäftsjahr 2025 bewusst genutzt worden, um Altlasten in Kosten- und Forderungsstruktur aufzuräumen und die Vergleichbarkeit für Kapitalmarkt und Steuerung zu erhöhen.
Der Kern der Bereinigung: Das EBITDA sei 2025 durch einmalige Effekte in Höhe von EUR 2,15 Mio. belastet worden. Genannt werden nicht fortgeführte Personal- und operative Aufwendungen sowie Wertberichtigungen auf historische Forderungspositionen aus der Fahrlehrerausbildung. Ohne diese Effekte errechne sich nach vorläufigen Zahlen ein bereinigtes operatives Ergebnis von rund EUR 0,85 Mio. für 2025. Die Belastungen seien laut Darstellung nicht liquiditätswirksam und künftig nicht mehr strukturell zu erwarten.
Für 2026 skizziert das Unternehmen die Skalierung über ein Franchisegeschäft: Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 sei der Aufbau eines Franchise-Modells geplant, um die proprietäre, KI-gestützte Ausbildungsarchitektur „asset-light“ in den Markt zu bringen. Die Plattform verknüpfe Theorie, Simulatortraining und Praxis; politische Reformimpulse würden als Beschleuniger eingeordnet, nicht als Voraussetzung.
Operativ wird der Start ins neue Jahr betont: Der Januar 2026 sei einer der anmeldestärksten Monate der Unternehmensgeschichte der 123 Fahrschule gewesen. Für das laufende Geschäftsjahr nennt Polenske ein EBITDA-Ziel von EUR 1,5 Mio. bis EUR 2,5 Mio., gestützt auf die bereinigte Kostenstruktur, Effizienzgewinne und den bisherigen Geschäftsverlauf. Der Kapitalbedarf entstehe dabei weniger aus dem laufenden Fahrschulbetrieb, der überwiegend Cash-Flow-positiv sei, sondern vor allem auf Holding-Ebene durch Investitionen in Softwareentwicklung und Marketing.
Formell gebe es keine Ad-hoc-Terminlogik, aber einen klaren Fahrplan: Bereinigung abgeschlossen, 2026 Ergebnishebel über Skalierung, Franchise ab Q3 2026. Details zur konkreten Ausgestaltung des Franchise-Rollouts wurden noch nicht genannt.
Als Unsicherheitsfaktoren werden vor allem das regulatorische Timing möglicher Reformen sowie der Fachkräftemarkt genannt; Verzögerungen träfen demnach primär das Tempo, nicht die Substanz des Modells.
——————-
Unsere neueste BondGuide-Jahresausgabe ‘Finanzierung im Mittelstand 2025’ kann jetzt vollkommen kostenfrei gelesen und heruntergeladen werden. Daneben können auch unsere weiteren Nachschlagewerke wie bisher als kostenlose E-Magazine bequem heruntergeladen, gespeichert & durchgeblättert werden.
Bitte nutzen Sie für Fragen und Meinungen Twitter – damit die gesamte Community davon profitiert. Verfolgen Sie alle Diskussionen & News zeitnaher auf Twitter@bondguide !
