Musterdepot-Update: Wenn Einem Gutes widerfährt …

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Underberg VIII ist wie erwartet platziert und unser Schachzug für das Musterdepot machte sich bezahlt. Derweil gab es hier und da News zu Portfolio-Unternehmen.

>> aus BondGuide #20-2024 vom 04. Okt. <<

Die neue Anleihe von Underberg, Laufzeit 2024 bis 2030, musste eine neuerliche Überzeichnung schultern. Wir hatten in der vergangenen Ausgabe folgenden Schachzug ausgemeistert:

Statt Zeichnung 15.000 Nominale Kauf 15.000 Nominale der Altanleihe 2019/25, aus der zum Umtausch eingeladen wurde. Diese zum Umtausch einreichen – 1% Umtauschprämie übrigens nicht zu vergessen. Die Altanleihe der Rheinberger stand zum Zeitpunkt der vergangenen Ausgabe bei pari, also genau 100%.

Der Unterschied wird jetzt deutlich mit der bekannt gegeben Quote: Wer 15.000 zeichnete, bekam 2.000 Nominale und die darüber liegende Stückzahl zu 45%, jeweils gerundet. Hätte also nur 6.000 oder 7.000 ergeben.

Wer aus der Altanleihe umtauschte, erhielt 86% voll zugeteilt und eine darüber liegende Stückzahl noch zur Hälfte, wiederum gerundet. Macht 14.000 Nominale in unserem Fall. Wir hatten angekündigt, die auf 15.000 fehlende Stückzahl zum ersten Kurs nachzukaufen: Das waren 102,2%. Ergibt im Schnitt, inklusive Umtauschbonus, einen mittleren Kaufkurs von unter pari – siehe Tabelle.

Früher hatte ich das nur mit einem Auge verfolgt, dass ein auf unserem KMU-Mittelstandsanleihen-Markt spezialisierter Fonds noch rasch Altanleihen von potenziellen Folgeemittenten erwarb – oft auch wohl im Vorauswissen. Inzwischen verstehe ich den Dreh. Der Unterschied im Falle der neuen Underberg-Anleihe liegt bei 2 bis 3% schon vom Start weg. Ich meine, das war die Mühe der Erklärung für alle Nachahmer durchaus wert.

Noch ein weiteres Mal zur Klarstellung: Wir haben jetzt Underberg VII und VIII parallel im Depot. Eine soll strategisch sein, die andere ein taktischer Zug für maximale Zeichnungsausbeute. Wir lassen die neue erst einmal aufschließen, bis beide ungefähr gleich hoch notieren – dann wird eine der beiden wieder Platz machen müssen. Die nächsten 3 Prozentpunkte nehmen wir aber zunächst mit.

Und bevor jemand fragt: Der Kauf der Altanleihe verursachte Kaufgebühren. In der Spalte der Zinseinnahmen sieht man daher aktuell noch eine negative Zahl, die sich aus einer Woche Zinsansprüche minus 20 EUR Kaufgebühren für den Umtausch-Move ergibt.

Gegen Private-Equity-Holding Mutares gab es Ende September eine Shortseller-Attacke. Die kostete über 10 Punkte. Ich kann an dieser Stelle nicht die gesamte Historie darlegen, sondern verweise auf unsere News dazu. Die Münchner haben einmal Adhoc und dann noch einmal ausführlich zu den Vorwürfen des ‚Research-Hauses‘ Stellung bezogen. Das vermeintliche Research kann man frei im Internet herunterladen, wen’s interessiert. In den Folgetagen hat das Management Taten folgen lassen und im Wert von mehreren Hundert Tausend Euro Anleihen zu Kursen von 95 bis 97% auf eigene Person erworben. Am 1. Oktober folgte sogleich eine Stellungnahme zum 4ten Quartal.

Ansonsten dürfte noch Automotive-Zulieferer NZWL auf ein gutes Zeitfenster warten. Dass man einmal mehr über eine Folgeanleihe ‚nachdenke‘, wurde schon früh kommuniziert. Die fünf ausstehenden Bonds der Leipziger kamen dreimal im November und zweimal im Dezember – diese Prognose dürfte also ein No-Brainer sein. Die Anleihe vor einem Jahr kam mit 9,5% Kupon. Auch wenn die letzten Zahlen passabel gut ausfielen, könnte es zweistellig ausfallen. Bisher war Großkunde Volkswagen stets ein Faustpfand – doch die haben nun bekanntlich ihre ganz eigenen Probleme. Das ist ungefähr so, als wenn eine Partei im Wahlkampf nicht mit ihrem Kanzler bei einer Landtagswahl gesehen werden mag. Doch Moment – schlechtes Beispiel.

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Ausblick
Ich bin nicht sicher, ob wir uns für die opportunistischen 2-3% Zeichnungsgewinn bei Underberg VIII schämen müssen. Wie erwähnt, ein uns allen bekannter Fonds hat diesen Schachzug häufig gewählt. In einem Umfeld, in dem jeder Prozentpunkt hart ausgebrütet werden muss, schien das einfach zu verlockend. Und schließlich wollen wir an dieser Stelle Interessierten ja auch aufzeigen, was möglich ist – auch wenn wir an anderer Stelle das eine oder andere Fettnäpfchen nicht auslassen: So viel Asche auf dem eigenen Haupte muss sein. Mutares wird sich u.E. nach peu à peu erholen. Leider sind wir wegen der Underberg-Sache nun vollinvestiert – ansonsten hätten wir sicherlich zu 95% Mutares nachgekauft.

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