Bond Market Report am 10. Juni: Industrieproduktion FR & IT, EZB, Griechenlandkrise

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Die schier unendliche Geschichte um das griechische Schuldendrama zerrt allmählich an den Nerven aller beteiligten Parteien. Hierzulande hadert wohl vor allem die Union mit dem Griechenlandkurs von Kanzlerin Merkel. Laut dem Koalitionspartner SPD gebe es in puncto Griechenlandrettung große Differenzen in der Unionsfraktion. Unterdessen steht eine Einigung zwischen Griechenland und seinen Geldgebern weiterhin aus. Möglicherweise finden heute noch Gespräche zwischen Kanzlerin Merkel, Frankreichs Präsident Hollande und Griechenlands Ministerpräsident Tsipras am Rande des EU-Lateinamerika-Gipfels in Brüssel statt. Sicher sei das allerdings nicht: Die griechische Administration hatte zuletzt neue Reformvorschläge vorgelegt, die Brüssel postwendend als nicht ausreichend zurückwies.

Ausgewählte Daten des Tages
Zeit       Land         Indikator                                                 Periode       Schätzung       Letzter

8:45         FR           Industrieproduktion (M/M / J/J, in %)         Apr.              0,4 / 1         -0,3 / 1,3
10:00       IT             Industrieproduktion (M/M / J/J, in %)        Apr.            0,3 / k.A.        0,4 / 4,3
13:00       US           Hypothekenanträge (W/W, in %)             23. KW              k.A.               -7,6
                US           Auktion von 10-Year Notes
                EC           EZB-Redner: Liikanen
Quellen: Bloomberg, NATIONAL-BANK AG Research


Themen des Tages
• Neue Vorschläge aus Griechenland unzureichend

• Inflationserwartungen kehren nach Europa zurück

Marktkommentar
Zu Handelsbeginn sah es gestern so aus, als ob es eine Stabilisierung der Renditen geben könnte. Im weiteren Tagesverlauf gab es wie in den Vortagen massiven Abgabedruck. Dafür verantwortlich gemacht werden zum einen gute US-Daten aus der zweiten Reihe sowie die Rückkehr der Inflationserwartungen für den Euroraum.

Dabei dürfte es „eigentlich“ kaum überraschend sein, dass die Preisdynamik im Euroraum wieder zunimmt. Zum einen ist das die Auswirkung der Schwäche des Euro. Schließlich werden gerade Rohstoffe in USD abgerechnet. Zum anderen ist die Talfahrt der Ölpreise seit geraumer Zeit beendet. Die Notierungen steigen wieder. Dementsprechend dürften von beiden Faktoren irgendwann preistreibende Effekte ausgehen.

Zinsdifferenz StaatsanleihenAußerdem sollte man nicht übersehen, dass die wirtschaftlichen Perspektiven im Euroraum sukzessive besser werden, auch wenn das in vielen Regionen noch nicht am Arbeitsmarkt ankommt. Es ist aber absehbar, dass sich das in Zukunft ändern wird. Dementsprechend stabilisieren sich die Inflationserwartungen, und das Deflationsgespenst wird ad acta gelegt.

Dass diese Entwicklung jedoch den Nebeneffekt haben könnte, der zu einer vorzeitigen Beendigung des QE-Programms durch die EZB führen kann, ist nicht zu erwarten. Mario Draghi dürfte an der Geldpolitik festhalten, denn der Aufschwung ist weiterhin fragil.

BörsenindizesMan darf inzwischen sowieso sehr gespannt sein, was die höheren Renditen für Staatsanleihen gerade für die schwächeren Euroländer bedeuten. Ihre finanziellen Spielräume nehmen durch die nun höheren Zinsbelastungen ab. Die aktuellen Kapitalmarktrenditen dürften zwar immer noch unter den Planansätzen der jeweiligen mittelfristigen Haushaltsplanungen liegen. Doch dürfte der Unterschied kleiner werden, so dass der Raum für zusätzliche Ausgaben geringer wird. Das dürfte die EZB ebenfalls auf der Agenda haben, auch wenn sie durch die Volatilität an den Rentenmärkten „hindurch schaut“.

Die Konjunkturdaten jenseits des Atlantiks kommen heute erneut aus der zweiten Reihe. Hierzulande werden allenfalls die Daten zur Industrieproduktion aus Frankreich und Italien für den April Beachtung finden. Die Industrie in beiden Ländern sollte gut in Q2 gestartet sein.

Ansonsten dürfte das Griechenlanddrama die Märkte weiterhin beschäftigen. Ein Durchbruch dürfte selbst dann nicht zu erwarten sein, wenn das Treffen zwischen deutscher Kanzlerin, französischem Präsidenten, EU-Kommissionschef und griechischem Ministerpräsidenten zustande kommen sollte. Spannend wird in diesem Zusammenhang sein, zu welchen Renditen Griechenland Geldmarktpapiere platzieren kann. Es sollte teuer werden!

Rendite Bundesanleihen US-StaatsanleihenHeute Morgen dürfte der Bund Future behauptet in den Tag starten und im weiteren Verlauf zwischen 148,60 und 150,40 notieren. Die Aufstockung der 10-jährigen US-Treasuries dürfte gegen Abend zu einem Belastungsfaktor werden. Außerdem sieht es ganz danach aus, als ob die Marktakteure die „1%“ für 10-jährige Bunds sehen wollen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,35 und 2,52% liegen.

Rentenmarktbericht der National-BANK. Die gesetzlichen Pflichtangaben zur NATIONAL-BANK AG finden Sie unter http://www.national-bank.de/pflichtangaben