FRANKFURT (dpa-AFX) – Am deutschen Anleihemarkt sind die Renditen am Donnerstag mit der Aussicht auf eine anhaltend lockere Geldpolitik in den USA spürbar gefallen. Auch in vielen anderen Ländern gaben die Marktzinsen nach. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel bis zum Abend um mehr als fünf Basispunkte auf 1,32 Prozent. Das ist der tiefste Stand seit gut einem Monat. Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg im Gegenzug um 0,48 Prozent auf 146,16 Punkte.
Die amerikanische Notenbank Fed scheint es mit einer geldpolitischen Straffung trotz anziehender Inflation und robustem Arbeitsmarkt nicht eilig zu haben. Nach der Sitzung des Offenmarktausschusses FOMC gab Fed-Chefin Janet Yellen am Mittwochabend keine Hinweise auf eine baldige Zinswende. Neue Prognosen der Zentralbanker, die auf ein etwas höheres Straffungstempo hindeuten könnten, wurden an den Finanzmärkten ignoriert. Yellen unterstrich mehrfach, die Entwicklung der Leitzinsen hänge von der Konjunktur ab.
Auch außerhalb Deutschlands gaben die Anleihezinsen nach. Im Euroraum profitierten Staatstitel aus Frankreich, Belgien und Österreich am stärksten. In den USA fiel die Zehnjahresrendite von 2,63 Prozent am Vorabend auf bis zu 2,56 Prozent. In Asien war der Zinsdruck ebenfalls spürbar./bgf/jha/