KI-Boom könnte US-Inflation länger hoch halten

Der Boom bei KI-Investitionen treibt nach Einschätzung von Robert Sockin von PGIM die Preise für Elektronikkomponenten. Damit könnte die US-Notenbank an ihrem restriktiven Kurs festhalten.

Die jüngsten Inflationsdaten aus den USA fielen zwar schwächer aus als erwartet. Dennoch sieht Robert Sockin, Chief US Economist bei PGIM, derzeit kaum Anzeichen für eine dauerhaft sinkende Inflation. Zwar könnte der von der FED bevorzugte PCE-Preisindex den niedrigsten Stand seit mindestens einem Jahr erreichen, die grundlegenden Inflationstreiber seien jedoch weiterhin intakt.

Nach Einschätzung des Ökonomen sprechen mehrere Faktoren gegen eine nachhaltige Entspannung. So seien die jüngsten Rückgänge der Inflationsraten vor allem auf Bereiche wie Beherbergung, Verkehr und Kommunikationsdienstleistungen zurückzuführen, die nur begrenzte Aussagekraft für die künftige Preisentwicklung hätten. Gleichzeitig belasteten neue Spannungen im Nahen Osten den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus und erhöhten erneut die Risiken auf der Angebotsseite.

Der US PPI wird von hoher Nachfrage nach KI getrieben

Der US PPI wird von hoher Nachfrage nach KI getrieben

Als zusätzlichen Inflationstreiber hebt Sockin den anhaltenden Boom bei Investitionen in Künstliche Intelligenz hervor. Dieser führe zu Engpässen bei elektronischen Bauteilen und lasse die Erzeugerpreise für Elektronik deutlich steigen. Die Entwicklung zeige, dass die hohe Nachfrage nach KI-Infrastruktur zunehmend auf die Lieferketten durchschlage und den Preisdruck verstärke.

Vor diesem Hintergrund rechnet PGIM eher mit einer anhaltend restriktiven Geldpolitik. Zwar sei bereits auf der heutigen FED-Sitzung eine Zinserhöhung nicht völlig ausgeschlossen. Wahrscheinlicher sei jedoch zunächst ein restriktives Stillhalten, bevor die US-Notenbank ab September drei Zinsschritte um jeweils 25 Basispunkte vornehmen könnte. Unterstützt werde diese Einschätzung durch ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum, einen angespannten Arbeitsmarkt sowie anhaltende Engpässe in den Bereichen Energie, Technologie und Handel.

Robert Sockin, PGIM

Robert Sockin ist Chief US Economist bei PGIM, einem globalen Vermögensverwalter von Prudential Financial, der mit einem breit diversifizierten Angebot zu den weltweit größten Asset Managern zählt.

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