KI-Wertschöpfung verlagert sich zunehmend auf internationale Märkte

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Asien und weitere Schwellenländer könnten in der nächsten Phase des KI-Booms stärker profitieren. Darauf verweisen Dina Ting und Marcus Weyerer von Franklin Templeton ETFs.

Die nächste Phase des globalen KI-Investitionszyklus dürfte sich nach Einschätzung von Dina Ting, Head of Global Index Portfolio Management, und Marcus Weyerer, Director of ETF Investment Strategy bei Franklin Templeton ETFs, zunehmend über die USA hinaus auf internationale Märkte ausweiten. Während die USA bei Künstlicher Intelligenz weiterhin eine Schlüsselrolle spielten, gewönnen insbesondere Taiwan, Südkorea, Japan sowie ausgewählte Schwellenländer an Bedeutung.

Nach Ansicht der Experten reicht es inzwischen nicht mehr aus, ausschließlich auf große US-Technologiewerte oder Halbleiterhersteller zu setzen. Die KI-Wertschöpfungskette umfasse heute zahlreiche Länder mit unterschiedlichen Spezialisierungen – von der Chipfertigung über Speichertechnologien bis hin zu Industrie- und Automatisierungslösungen. Entsprechend würden sich die Investitionschancen auf immer mehr Wirtschaftsbereiche ausweiten.

KI und Länder

Neben den strukturellen Wachstumsaussichten sprechen aus Sicht von Franklin Templeton auch die Bewertungen für internationale Aktienmärkte. Während der S&P 500 aktuell mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 22 bewertet werde, liege Europa bei etwa 16. Gleichzeitig führten unterschiedliche geldpolitische Entwicklungen der Notenbanken zu zunehmend voneinander abweichenden makroökonomischen Rahmenbedingungen.

Unter den Schwellenländern sehen die Autoren China trotz anhaltender geopolitischer Risiken aufgrund vergleichsweise niedriger Bewertungen und hoher Investitionen in Künstliche Intelligenz, Halbleiter und Forschung langfristig interessant. Brasilien profitiere derzeit von attraktiven Bewertungen sowie der Aussicht auf geldpolitische Lockerungen, während Indien seine langfristigen Wachstumschancen insbesondere dank Demografie, Digitalisierung und Infrastrukturinvestitionen bewahre.

Besonders hervorgehoben werden die asiatischen Technologiestandorte. Taiwan bleibe das Zentrum der modernen Halbleiterfertigung, Südkorea profitiere zunehmend von Investitionen entlang der gesamten KI-Infrastruktur und Japan verbinde den Technologiesektor mit Reformen der Unternehmensführung sowie einer stärkeren industriellen Basis. Nach Einschätzung der Experten werde die nächste Entwicklungsstufe der Künstlichen Intelligenz deshalb weniger von einzelnen Technologiekonzernen als vielmehr von einem globalen Netzwerk spezialisierter Unternehmen getragen.

Dina Ting, CFA, ist Head of Global Index Portfolio Management bei Franklin Templeton. Marcus Weyerer, CFA, verantwortet als Director ETF Investment Strategy die ETF-Strategie des Hauses. Franklin Templeton zählt zu den weltweit führenden Vermögensverwaltern und bietet ein breites Spektrum aktiv gemanagter Strategien sowie ETF-Lösungen für institutionelle und private Anleger.

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