FRANKFURT (dpa-AFX) – Deutsche Staatsanleihen sind am Dienstag im Kurs gestiegen. Händler nannten als Grund schwache Konjunkturdaten und einen Medienbericht, wonach die Bundesbank eine Lockerung der Geldpolitik im Euroraum stützen würde. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg bis zum Mittag um 0,17 Prozent auf 145,02 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel um zwei Basispunkte auf 1,44 Prozent.
Nachdem Bundesanleihen am Morgen von der guten Börsenstimmung belastet wurden, konnten sie von einer deutlichen Stimmungseintrübung unter deutschen Finanzexperten profitieren. Die ZEW-Konjunkturerwartungen hatten sich im Mai deutlich verschlechtert. Bankanalysten führten dies auf die Krise in der Ukraine, anhaltende Probleme in den Schwellenländern und eine erwartete Wachstumsabschwächung in Deutschland zurück. „Nach einem hervorragenden Start in das Jahr bekommt die deutsche Wirtschaft etwas Gegenwind zu spüren“, kommentierte ING-Diba-Chefvolkswirt Carsten Brzeski.
Für zusätzlichen Kursauftrieb und Renditedruck sorgte ein Bericht des „Wall Street Journal“, wonach die Bundesbank bereit für weitreichende Maßnahmen im Kampf gegen die Niedrig-Inflation im Euroraum ist. Wie das Blatt mit Bezug auf Insider berichtete, könnte dies den Weg für eine weitere geldpolitische Lockerung der Europäischen Zentralbank (EZB) bereits im nächsten Monat ebnen. EZB-Chef Mario Draghi hatte unlängst bereits Handlungsbereitschaft signalisiert./bgf/hbr