Wienerberger macht Keramik zur Strategie und greift nach Italcer

Wienerberger

Wienerberger hat eine Vereinbarung zur Übernahme der Italcer Group unterzeichnet. Der Konzern erweitert damit sein Angebot um keramische Designoberflächen und setzt einen Akzent Richtung Renovierung. Den Vollzug plant Wienerberger für das zweite Quartal 2026; zuvor müssen die Behörden die fusionskontrollrechtliche Freigabe erteilen, zudem gelten weitere marktübliche Closing-Bedingungen.

Italcer produziert Keramiklösungen mit Standorten in Italien und Spanien und gilt als Multi-Brand-Spezialist im High-End-Wienerberger kauft Italcer gestuft: Einstieg 50%+1, Option 2027, Closing in Q2 2026, erwarteter EBITDA-Beitrag über 100 Mio. EUR.Designoberflächenbereich. Das Unternehmen fertigt keramische Produkte für den Innenbereich und beschäftigt nahezu 1.200 Mitarbeitende. Für Wienerberger passt das in die Strategie, die Baustoff-Wertschöpfungskette zu verbreitern und das Renovierungssegment stärker zu besetzen. Damit verlagert sich der Fokus ein Stück weg vom reinen Neubauzyklus hin zu Anwendungen, die typischerweise kontinuierlicher nachgefragt werden.

Italcer bringt Designoberflächen und Umsatzgröße mit zu Wienerberger

In den Eckdaten setzt Wienerberger eine Messlatte: Italcer erzielte im Geschäftsjahr 2025 rund 350 Mio. EUR Umsatz. Mittelfristig soll Italcer mehr als 100 Mio. EUR zum Konzern-EBITDA beitragen. Zum Vergleich nennt Wienerberger die eigene Basis: 2025 lagen Umsatz bei 4,6 Mrd. EUR und operatives EBITDA bei 754 Mio. EUR. Der avisierte Beitrag fällt damit nicht in die Fußnote, sondern trifft die Ergebnislinie spürbar, auch wenn der Meldung keine Detailbrücke zur zeitlichen Realisierung zu entnehmen ist. Details dazu wurden nicht genannt.

Stufenmodell mit Option und Finanzierung über Cash plus Kredit

Kursentwicklung von Wienerberger AG EO-Notes 2023(28/28)

Wienerberger AG EO-Notes 2023(28/28)

Wienerberger startet gestuft: Zunächst übernimmt der Konzern 50% plus eine Aktie von den Verkäufern. Zusätzlich erhält Wienerberger eine Kaufoption, die verbleibenden Anteile in der ersten Jahreshälfte 2027 zu kaufen. Dadurch sichert sich der Konzern früh die Kontrolle, hält sich aber zugleich ein Timing-Fenster für die Komplettierung offen.

Die Finanzierung erfolgt über vorhandene Barmittel und Bankkredite. Bis zum Closing bleibt der Deal deshalb vor allem von der regulatorischen Freigabe und den Vollzugsbedingungen abhängig. Der Abschluss der Transaktion steht damit trotz unterschriebener Vereinbarung noch unter Vorbehalten.

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