Weitere Enteignungen unter Putin

Nicht nur Ekosem-Agrar droht Ungemach in der Diktatur unter Putin. Nach Danone und Bosch können jetzt wohl auch Deutsche und Commerzbank ihre Töchter abschreiben.

Deutsche Bank und Commerzbank stehen vor der unbequemen Wahl, ihren Russland-Töchtern entweder Geld aus Frankfurt hinterherzuschieben. Alternativ drohen Verpfändung und Enteignung. Geld nachzuschießen scheint keine wirkliche Option: Die Enteignungen würden wohl gleich im Anschluss folgen.

Beide Banken prüfen daher Berichten zufolge Insolvenzanträge. Wie viel für beide sich an Abschreibungsbedarf ergibt, wurde nicht konkret beziffert. Jedenfalls warnte mindestens die Commerzbank davor schon in ihrem aktuellsten Quartalsbericht. Das EK der Eurosija liegt bei knapp ½ Mrd. EUR, nach Wechselkursen bei der Hälfte.

Die beiden größten deutschen Privatbanken machen sich offenbar keine Illusionen. Eine Tochter der französische Danone wurde bereits einkassiert und die russischen Tochtergesellschaften von Haushaltsspezialist Bosch unter ‚Verwaltung‘ gestellt. Und zwar bei Gazprom.

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Noch übler stehen Raiffeisenbank International (RBI) und UniCredit in Russland da. Für beide stehen höhere Werte im Feuer. Société Générale wie auch die HSBC handelten strikter. SG stieß ihre Russlandtochter gleich im April 2022 ab und die HSBC holte irgendeinen Kuhhandel heraus, um ihre Tochter an die russische Expobank immerhin verkaufen zu dürfen.

Mit einem ähnlichen Versuch scheiterte indes die RBI, die traditionell einen hohen Russland-Anteil fährt. Ebenso wie mit dem Versuch, über eine Dreieckskonstruktion bestehende Gewinne heim nach Österreich zu holen. Der Deal platzte.

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