
Der Goldpreis verliert im Februar – doch die Schwäche dürfte eher technische Gründe haben als fundamentale. Von Önder Çiftçi*
Der Goldpreis hat Anleger zuletzt aufgeschreckt: Seit Ende Februar ging es um rund 10% nach unten. Doch der Rückgang relativiert sich bei genauerem Blick. Laut Markteinschätzung von Önder Çiftçi ist die Bewegung weniger ein Bruch des Trends als vielmehr das Ergebnis einer toxischen Gemengelage.
Drei Faktoren belasteten den Goldpreis gleichzeitig: Erstens die deutliche Aufwertung des US-Dollars – Gold wird global in Dollar gehandelt, ein stärkerer Greenback dämpft die Nachfrage außerhalb des Dollarraums. Zweitens veränderte Zinserwartungen: Statt Zinssenkungen rechnen viele Marktteilnehmer nun eher mit stabilen oder sogar steigenden Zinsen. Das erhöht die Attraktivität von Staatsanleihen gegenüber dem unverzinsten Gold. Drittens kam es zu Margin Calls: Investoren mussten Liquidität schaffen und realisierten Gewinne – auch beim Gold.
Diese Kombination sorgte für spürbaren Druck auf den Goldpreis. Allerdings handelt es sich vor allem um kurzfristige Effekte – also Marktrauschen statt Trendbruch.
Langfristig bleibe das Bild konstruktiv: Entscheidend ist die Entwicklung der Realzinsen. Solange die Inflation über den Nominalzinsen liegt, bleibt der Realzins negativ – ein klassisch positives Umfeld für den Goldpreis. Der jüngste Anstieg der Rohstoffpreise, insbesondere beim Öl, könnte diesen Effekt noch verstärken.
Zusätzlichen Rückenwind liefert die Nachfrage der Zentralbanken. Seit 2022 bauen insbesondere Länder wie China, Indien oder die Türkei ihre Goldreserven deutlich aus – auch zur Diversifikation weg vom US-Dollar. Das begrenzte Angebot trifft hier auf strukturell steigende Nachfrage.
Auch historisch sind Rücksetzer nichts Ungewöhnliches: In früheren Krisenphasen – etwa während der Finanzkrise oder zu Beginn der Pandemie – gab der Goldpreis zunächst nach, bevor er langfristig zulegte.
Fazit
Der jüngste Rückgang ist eher eine Korrektur im Aufwärtstrend als ein fundamentaler Stimmungswechsel. Für Anleger bleibt der Goldpreis ein zentraler Baustein zur Absicherung gegen Inflation und Krisen – weniger Spekulation, mehr strategische Reserve.
*) Önder Çiftçi ist CEO der Ophirum Group und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Edelmetallen und Vermögenssicherung. Die Ophirum Group ist auf Investments in physische Edelmetalle spezialisiert.
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