
Der Iran-Konflikt trifft energieabhängige Länder wie China und Japan stärker; globale Märkte reagieren nervös, Fundamentaldaten bleiben jedoch stabil.
Magdalena Polan, Head of EM Macro Research bei PGIM, analysiert die globalen Folgen des Iran-Konflikts differenziert: Entscheidend sei vor allem die Abhängigkeit von Energieimporten aus der Golfregion – nicht generell. Während China und Japan hier besonders exponiert sind, erscheinen die USA, Deutschland sowie afrikanische Ölexporteure deutlich robuster – sowohl strukturell als auch politisch.
Auch auf Länderebene zeigt sich ein gemischtes Bild: Staaten wie Pakistan, Sri Lanka oder Ägypten gelten in mehreren Kategorien als anfällig; hingegen werden Malaysia, Peru, Polen und die USA überwiegend als stabil eingeschätzt – wenngleich der politische Handlungsspielraum in den USA als eingeschränkt gilt. Insgesamt verdeutlicht dies die ungleiche Verteilung der Risiken im Zuge des Iran-Konflikts.
Mit Blick auf das globale Wachstum bleibt Polan indes vergleichsweise gelassen: Von einer Phase der ‚Nachfragezerstörung‘ sei die Weltwirtschaft noch entfernt. Als Faustregel gilt jedoch: Steigt der Ölpreis nachhaltig um 10%, könnte das Wachstum um rund 0,1 Prozentpunkte sinken; bei einem Anstieg um 60% wären es entsprechend etwa 0,6 Prozentpunkte. Der Einfluss steigender Energiepreise bleibt somit ein zentraler Risikofaktor.
Auffällig sei hingegen die Marktreaktion: Vermögenspreise reagierten zuletzt stärker als in vergleichbaren historischen Phasen. Bewegungen von etwa +1% bei Öl oder -0,5% bei Aktien deuten darauf hin, dass weniger fundamentale Neubewertungen als vielmehr Positionsauflösungen die Dynamik treiben. Der Markt agiert nervös – jedoch nicht panisch.
Fazit
Der Iran-Konflikt wirkt unterschiedlich auf Volkswirtschaften und Märkte. Während energieabhängige Länder stärker unter Druck stehen, bleiben die globalen Fundamentaldaten bislang stabil. Für Investoren gilt daher: Risiken differenziert betrachten – und kurzfristige Marktbewegungen nicht überinterpretieren.
PGIM ist der globale Asset Manager von Prudential Financial und verwaltet ein breites Spektrum institutioneller Anlagen. Magdalena Polan verantwortet dort die Makroanalyse für Schwellenländer.
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