
Ungarn vor Neustart und nach der Wahl: Der Wahlsieg von Tisza weckt Hoffnung – doch EU-Gelder, Reformen und schwache Wirtschaft bleiben zentrale Herausforderungen.
Der Wahlsieg der Tisza-Partei markiert das Ende der 16-jährigen Ära [1] von Viktor Orbán – und eröffnet Ungarn wirtschaftlich wie politisch ein neues Kapitel. Doch der Machtwechsel allein löst die strukturellen Probleme nicht. Laut Magdalena Polan von PGIM* steht das Land vor einem anspruchsvollen Übergang, der weit über Symbolik hinausgeht.
Zentrale Priorität der neuen Regierung unter Péter Magyar ist die Freigabe blockierter EU-Mittel in Höhe von rund 14 Mrd. EUR. Diese Gelder wurden aufgrund von Konflikten über Rechtsstaatlichkeit unter der Vorgängerregierung zurückgehalten. Trotz der parlamentarischen Zweidrittelmehrheit
erscheint eine schnelle Umsetzung der erforderlichen Reformen jedoch unwahrscheinlich. Institutionelle Widerstände und administrative Hürden könnten den Prozess verzögern – auch wenn ein Teil der Mittel, insbesondere aus dem RRF-Programm, noch fristgerecht freigegeben werden dürfte.
Die wirtschaftliche Ausgangslage ist schwierig: Ungarns Wirtschaft stagniert bereits…
