Studie: Krisen bremsen Langfriststrategie kaum aus

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Inflation, Geopolitik und volatile Märkte sorgen für Unsicherheit – deutsche Anleger bleiben dennoch erstaunlich diszipliniert, so eine Studie.

Geopolitische Spannungen, Inflationssorgen und schwankungsanfällige Kapitalmärkte verunsichern Anleger weltweit – viele deutsche Privatanleger halten dennoch bemerkenswert konsequent an ihrer langfristigen Strategie fest. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle „Be Invested Global Survey 2026“ von Fidelity International, für die europaweit und im asiatisch-pazifischen Raum rund 13.000 Privatanleger, darunter 1.000 Anleger aus Deutschland, befragt wurden.

Besonders auffällig: Ein Drittel der deutschen Anleger gibt an, dass Marktvolatilität ihr Verhalten grundsätzlich nicht beeinflusst. Sie bleiben auch in turbulenten Marktphasen investiert und verfolgen ihre langfristigen Anlageziele weiter. Weitere 22% würden vor möglichen Anpassungen zunächst professionelle Beratung einholen. Lediglich 5% reagieren auf stärkere Kursschwankungen mit unmittelbaren Verkäufen.

„Marktvolatilität gehört zum Investieren“, so Jan Schepanek, Sprecher der Geschäftsführung der Investmentplattform FFB und verantwortlich für das Privatkundengeschäft von Fidelity International in Deutschland. Gerade geopolitische Unsicherheiten erhöhten zwar den Handlungsdruck, führten aber nicht automatisch zu kurzfristigem Aktionismus.

Trotz Krisen bleibt die Grundstimmung bemerkenswert positiv. 57% der Befragten erwarten künftig steigende Börsen, weitere 28% rechnen zumindest mit stabilen Märkten. Gleichzeitig zeigen sich rund 70% überzeugt, dass ihr aktuelles Portfolio langfristig geeignet sei, die eigenen finanziellen Ziele zu erreichen.

Auch die Investitionsbereitschaft bleibt hoch: Fast die Hälfte der Anleger will ihre Kapitalmarktanlagen in den kommenden zwölf Monaten weiter ausbauen. Nur 22% planen geringere Investitionen.

Auch diese Studie zeigt: Positive Börsenjahre überwiegen deutlich

Für Fidelity International deute dies auf einen langfristigen Strukturwandel hin. Deutschland entwickele sich zunehmend von einer klassischen Sparer- zur Anlegernation. Zusätzliche Impulse könnten nach Einschätzung des Hauses politische Reformen wie Frühstart-Rente oder Altersvorsorgedepot liefern.

Fidelity verweist zudem auf drei historische Lehren für volatile Marktphasen: Erstens hätten sich Aktienmärkte langfristig nach Krisen meist schnell wieder erholt. Zweitens überwiegen historisch positive Börsenjahre deutlich gegenüber negativen. Und drittens zeigten langfristige Kapitalmarktdaten regelmäßig, dass dauerhaft investierte Anleger bessere Ergebnisse erzielen als Investoren, die versuchen, Ein- und Ausstiegszeitpunkte aktiv zu timen.

Der Befund der Studie fällt damit überraschend klar aus: Trotz Krisen, Kriegen und Inflation dominiert bei vielen deutschen Privatanlegern inzwischen der langfristige Blick – ein Signal wachsender Kapitalmarktreife.

Jan Schepanek

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