
Erneuerbare Energien drücken nicht nur Emissionen, sondern zunehmend auch Preisschwankungen am Strommarkt.
Steigende Energiepreise, geopolitische Krisen und unsichere Lieferketten haben in den vergangenen Jahren die Verwundbarkeit fossiler Energiesysteme offengelegt. Für Patrick Lemcke-Braselmann, CEO der aream Group, liegt die Antwort jedoch nicht allein im Klimaschutz, sondern zunehmend in der Stabilisierung des gesamten Energiesystems.
Nach seiner Einschätzung sorgen Erneuerbare Energien bereits heute für mehr Planbarkeit bei den Strompreisen. Grund sei der sogenannte Merit-Order-Effekt: Da Windkraft– und Photovoltaikanlagen nahezu ohne variable Betriebskosten Strom produzieren, verdrängen sie teure Gaskraftwerke zunehmend aus der preisbestimmenden Rolle an der Strombörse. Dadurch sinke die Abhängigkeit der Strompreise von den oftmals stark schwankenden Gaspreisen.
Die Krisen der vergangenen Jahre hätten gezeigt, wie stark Europa von fossilen Energieimporten abhängt. Ob Ukraine-Krieg oder aktuelle Spannungen im Nahen Osten – steigende Gaspreise wirkten sich bislang unmittelbar auf die Stromkosten aus. Mit dem wachsenden Anteil von Wind– und Solarenergie werde diese Kopplung jedoch zunehmend aufgebrochen. Für Lemcke-Braselmann zählt diese Entwicklung zu den wichtigsten Stabilitätsgewinnen der Energiewende.
Hinzu komme ein geopolitischer Vorteil. Anders als Öl, Gas oder Kohle müssten Sonne und Wind nicht importiert werden. Heimische Erneuerbare Energien stärkten daher die Energiesouveränität und reduzierten die Anfälligkeit gegenüber internationalen Krisen und politischen Abhängigkeiten.
Auch die Struktur des Energiesystems verändere sich. Dezentrale Windparks, Photovoltaikanlagen und lokale Batteriespeicher gelten als widerstandsfähiger gegenüber Störungen oder Sabotage als wenige zentrale Großkraftwerke. Gleichzeitig übernehmen moderne Speichertechnologien zunehmend Aufgaben, die früher konventionellen Kraftwerken vorbehalten waren – von der Netzstabilisierung bis zur Bereitstellung von Regelenergie.
Für Lemcke-Braselmann ist der Umbau des Energiesystems daher längst keine Zukunftsvision mehr. Investitionen in Windkraft, Solarenergie und Speichertechnologien seien nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz, sondern stärkten zugleich Preisstabilität, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Resilienz.
Die aream Group mit Sitz in Düsseldorf entwickelt und managt Infrastrukturprojekte im Bereich Erneuerbare Energien. Das Unternehmen deckt die gesamte Wertschöpfungskette von Projektentwicklung über Asset Management bis zum Energiehandel ab und zählt mit einem Transaktionsvolumen von mehr als 2,5 Mrd. EUR zu den etablierten Akteuren der Branche.
——————-
! NEU ! Die erste BondGuide Jahresausgabe 2026 ist erschienen (12. Mai.): ‚Green & Transition Finance 2026‘ (7. Jg.) kann wie gewohnt kostenlos als e-Magazin oder pdf heruntergeladen werden.
Bitte nutzen Sie für Fragen und Meinungen Twitter – damit die gesamte Community davon profitiert. Verfolgen Sie alle Diskussionen & News zeitnaher auf Twitter@bondguide !
