Silber mit Nervenprobe: Warum die Rally intakt bleibt

Silber schwankt zwar stark, doch laut Ophirum sprechen Fundamentaldaten weiter für steigende Preise – Geduld bleibe oberste Anlegerpflicht.

Der Silberpreis hat in den vergangenen zwölf Monaten eine außergewöhnliche Entwicklung gezeigt; nach einer starken Rally folgte zunächst eine heftige Korrektur, inzwischen jedoch wieder eine deutliche Erholung. Laut Önder Çiftçi, CEO der Ophirum Group, sollten sich Anleger von den kurzfristigen Preisschwankungen jedoch nicht verunsichern lassen.

Im Jahr 2025 legte Silber um rund 148% zu und entwickelte sich damit deutlich stärker als Gold mit etwa 65% Plus. Auch zu Beginn des Jahres 2026 setzte sich der Aufwärtstrend zunächst fort; bis Ende Januar stieg der Preis nochmals um rund 45%. Die anschließende Korrektur fiel allerdings abrupt aus: Innerhalb eines Tages fiel der Kurs zeitweise von über 120 USD auf rund 78 USD je Feinunze – ein Rückgang um etwa ein Drittel.

Als wesentlicher Auslöser gilt die angekündigte Nominierung von Kevin Warsh zum künftigen Chef der US-Notenbank. Die Personalie habe Erwartungen an eine weniger lockere Geldpolitik gestärkt, wodurch der US-Dollar an Attraktivität gewann. Da Edelmetalle überwiegend in Dollar gehandelt werden, hätten sich zahlreiche Investoren kurzfristig von ihren Positionen getrennt; jedoch habe sich diese Marktreaktion im Nachhinein als überzogen erwiesen.

Silber versus Gold und Platin

Silber versus Gold und Platin

Die Gegenbewegung setzte rasch ein: Der Silberpreis stabilisierte sich zunächst im Bereich zwischen 75 und 80 USD und erreichte Ende Februar wieder rund 90 USD je Feinunze. Die schnelle Bodenbildung deute darauf hin, dass vor allem spekulative Marktteilnehmer ausgestiegen seien, während langfristig orientierte Investoren dem Edelmetall treu geblieben seien.

Gold zu Silber : fallend bedeutet, Silber legt stärker zu

Gold zu Silber : fallend bedeutet, Silber legt stärker zu

Fundamental bleibe das Umfeld konstruktiv. Silber sei nicht nur Edelmetall, sondern zugleich ein wichtiges Industriemetall, das etwa in Solarzellen, Elektrofahrzeugen oder Elektronik benötigt werde. Die Nachfrage steige seit Jahren, während das Angebot kaum wachse; entsprechend dürfte 2026 bereits das sechste Jahr in Folge ein strukturelles Angebotsdefizit entstehen. Sinkende Lagerbestände hätten zuletzt zusätzlich preistreibend gewirkt.

Gleichzeitig bleibe Silber als sicherer Hafen gefragt. Geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten unterstützten die Nachfrage, allerdings sei der Markt deutlich kleiner als der Goldmarkt. Schon mittelgroße Transaktionen könnten daher starke Ausschläge verursachen – Schwankungen, die Anleger laut Einschätzung jedoch gezielt für Einstiegs- oder Nachkaufgelegenheiten nutzen könnten.

Önder Çiftçi, Ophirum Group

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