
Wer in München über Sicherheit spricht, darf das private Kapital nicht ausklammern. Wir brauchen es zur Skalierung. Von Dr. Johannes Feist*
– Hebelwirkung statt Budgetdebatten:
Der Munich Security Report warnt zu Recht vor einem ‚Death by a thousand Cuts‘ der Entwicklungshilfe. Doch die Antwort kann nicht allein der Ruf nach höheren Staatsbudgets sein. Wir müssen öffentliche Mittel als Hebel nutzen, um privates Kapital zu mobilisieren und so Wirkung in Dimensionen skalieren, die öffentliche Haushalte allein nie erreichen.
– Sicherheitsvorsorge durch lokale Wertschöpfung:
Wir müssen ehrlich trennen: Akute Nothilfe bleibt Aufgabe der Staaten. Aber langfristige Stabilität – die eigentliche Sicherheitsvorsorge – entsteht durch Jobs und lokale Wertschöpfung. Hier klafft eine globale Finanzierungslücke. Wer in München über Sicherheit spricht, darf das private Kapital nicht ausklammern. Wir brauchen es zur Skalierung.
– Der Engpass ist die ‚letzte Meile‘:
Die Debatte um Budgets verdeckt oft das wahre Problem: Es fehlt nicht nur an Geld, es fehlt an der ‚letzten Meile‘ in die Realwirtschaft. Unternehmer im Globalen Süden brauchen keine Spenden, sie brauchen Zugang zu verlässlichem Kapital. Genau diese Brücke müssen wir bauen, über lokale Intermediäre, klare Standards und Transparenz bis zum einzelnen Kreditnehmer vor Ort.
– Transparenz als Investitionsgrundlage
Kapital ist scheu. Es fließt nur dorthin, wo Vertrauen herrscht. Deshalb sind Transparenz und Governance keine Bürokratie, sondern eine verlässliche Grundlage, damit Investitionen nachhaltig wirken können.
– Resilienz entscheidet sich in den Auftragsbüchern
Die Resilienz von morgen entscheidet sich nicht in Ministerien, sondern in den Auftragsbüchern lokaler Unternehmen. Wer Stabilität will, muss genau dort Investitionen ermöglichen.
*) Dr. Johannes Feist ist CEO der Mikro Kapital Management S.A. Er hat an der LMU/München sowie in Bordeaux studiert. Vor seinem Wechsel in die Privatwirtschaft war Feist in verschiedenen leitenden Managementpositionen bei der KfW Bankengruppe tätig.
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