
Sandoz macht seine neue Bio100-Strategie unmittelbar mit einer großen Investition konkret. Der Pharmakonzern will rund USD 300 Mio. in eine neue Produktionsanlage für Biosimilar-Wirkstoffe im slowenischen Ljubljana investieren. Die Anlage soll 2029 in Betrieb gehen und die europäische Produktions- und Lieferkette von Sandoz erweitern.
Die Investition folgt nur wenige Stunden nach der Vorstellung der neuen Bio100-Strategie auf dem Capital Markets Day. Sandoz will sein Biosimilar-Portfolio von aktuellen 13 auf mehr als 100 Produkte bis 2040 ausbauen. Gleichzeitig soll der Nettoumsatz zwischen 2025 und 2035 mehr als verdoppelt werden. Für 2030 wird ein Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich pro Jahr sowie eine Core-EBITDA-Marge von 25 bis 27% angestrebt. Bis 2035 soll die Marge schließlich über 30% liegen.
Neue Kapazitäten für die Biosimilar-Offensive
Die neue Anlage in Ljubljana soll eine zusätzliche Produktionskapazität von 8.000 Litern schaffen. Vorgesehen sind vier Reaktoren mit sogenannter Disposable-Fed-Batch-Technologie. Damit will Sandoz insbesondere die Herstellung von Wirkstoffen mit niedrigen bis mittleren Produktionsvolumina abdecken. Die neue Technologie ergänzt bestehende Produktionsverfahren für hohe Volumina und die kontinuierliche Fertigung.
Für Sandoz geht es dabei nicht nur um zusätzliche Menge. Das Unternehmen will mit der eigenen Produktion auch mehr Flexibilität und Kontrolle über die Kapazitäten gewinnen. Die Anlage entsteht zudem direkt neben dem erst kürzlich eröffneten Biosimilar-Entwicklungszentrum. Dadurch sollen Technologietransfers und die Skalierung neuer Produkte beschleunigt werden.
Für Bondholder ist die Kombination aus ambitionierten Wachstumszielen und hohen Investitionen besonders interessant. Die USD 300 Mio. fließen zunächst in Sachanlagen und belasten damit den Cashflow, sollen aber zugleich die Grundlage für das angestrebte Portfolio von mehr als 100 Biosimilars schaffen. Angaben dazu, wie die Investition finanziert wird oder welche Auswirkungen sie auf Verschuldung und Liquidität hat, enthält die Mitteilung nicht. Entscheidend wird daher sein, ob Sandoz die zusätzlichen Kapazitäten wie geplant ab 2029 auslasten und in nachhaltig höhere Cashflows übersetzen kann. Mit Bio100 liefert der Konzern jedenfalls nicht nur eine langfristige Wachstumsvision, sondern beginnt unmittelbar mit deren industrieller Unterfütterung.
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