RBI nimmt erste Hürde – Addiko-Übernahme auf Kurs

RBI

Die Raiffeisen Bank International hat die Mindestannahmeschwelle ihres Übernahmeangebots für die Addiko Bank überschritten. Damit rückt die angestrebte Mehrheitsübernahme einen entscheidenden Schritt näher.

Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat bei ihrem freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot für die Addiko Bank AG einen wichtigen Meilenstein erreicht. Bis zum Ende der Annahmefrist wurden 10.831.435 Addiko-Aktien angedient. Das entspricht 56,16% der angebotenen Aktien und liegt damit über der erforderlichen Mindestannahmeschwelle von 55%.

Mit dem Erreichen dieser Schwelle ist eine wesentliche Voraussetzung für die geplante Kontrollerlangung erfüllt. Vollzogen ist die Transaktion damit allerdings noch nicht. Das Angebot steht weiterhin unter mehreren aufschiebenden Vollzugsbedingungen, die spätestens bis zum 14. Mai 2027 erfüllt sein müssen. Erst nach deren Eintritt wird die Übernahme rechtswirksam abgeschlossen.

Nach erfolgreichem Vollzug würde die RBI mindestens 10.831.435 Aktien beziehungsweise rund 55,55% des derzeitigen Grundkapitals der Addiko Bank halten. Damit würde sich das österreichische Institut die Kontrolle über den südosteuropäischen Bankkonzern sichern.

Mit dem Erreichen der Mindestannahmeschwelle ist der erste Stein gefallen. Der Vollzug bleibt jedoch an regulatorische und vertragliche Bedingungen geknüpft.

Für Addiko-Aktionäre eröffnet sich zudem eine weitere Möglichkeit zur Annahme des Angebots. Entsprechend den österreichischen Übernahmevorschriften beginnt am 3. August 2026 eine dreimonatige Nachfrist, die bis zum 3. November 2026 läuft. Auch Aktionäre, die zuvor das konkurrierende Angebot der Nova Ljubljanska banka (NLB) angenommen hatten, können innerhalb dieser Frist noch zum Angebot der RBI wechseln.

Für den Kapitalmarkt ist das Überschreiten der Mindestannahmeschwelle ein wichtiges Signal. Es zeigt, dass die RBI ausreichend Unterstützung der Aktionäre gewinnen konnte und ihre Übernahmestrategie bislang aufgeht. Dennoch bleibt bis zum Closing Unsicherheit bestehen, da regulatorische Freigaben und weitere Vollzugsbedingungen noch ausstehen. Erst mit deren Erfüllung wird feststehen, ob die Transaktion wie geplant abgeschlossen werden kann.

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