Putin sucht Hilfe aus dem Mittelalter – Fürst Dmitry Donskoy soll im Krieg zu Hilfe kommen

So sieht GPT das Thema

Im Kreml werden die Reliquien eines 640 Jahre toten Fürsten entdeckt – und die russisch-orthodoxe Kirche sieht darin Beistand für den Krieg.

Gerade wenn es militärisch nicht rundläuft, hilft offenbar ein Blick ins Mittelalter: Wie The Bell berichtet, setzt der Kreml erneut auf historische und religiöse Symbolik. Verfasst wurde der Beitrag von Pyotr Mironenko, Autor und Journalist bei The Bell.

Kreml und Kirche hoffen auf die Knochen eines 640 Jahre alten Helden

Am 18. August verbreitete die staatliche Nachrichtenagentur TASS die Nachricht, Vertreter der Russisch-Orthodoxen Kirche hätten bei Restaurierungsarbeiten in der Erzengel-Michael-Kathedrale im Kreml die sterblichen Überreste von Dmitri Donskoi entdeckt. Der Moskauer Fürst starb bereits 1389 und wurde 1988 heiliggesprochen.

Die archäologische Untersuchung bestätigte demnach die Echtheit der Überreste. Patriarch Kirill, Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, hielt unmittelbar darauf einen Gebetsgottesdienst über den Gebeinen ab.

Der Krieg um die Ukraine nimmt kein Ende

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Ein Fürst, der zum Vorbild taugt

Donskoi passt bestens in das historische Narrativ des heutigen Kremls: Der Fürst besiegte im 14. Jahrhundert die Mongolen und wird in Russland bis heute als militärischer Held und Symbol nationaler Unabhängigkeit verehrt. Unter seiner Herrschaft entstand zudem die erste dauerhaft steinerne Befestigung des Moskauer Kremls.

Dass die Reliquien ausgerechnet jetzt entdeckt wurden, bietet dem Kreml eine willkommene Gelegenheit, den heutigen Krieg in eine lange historische Auseinandersetzung zwischen Russland und seinen ‚äußeren Feinden‘ einzuordnen. Wladimir Putin nutzt bekanntlich gern historische Figuren, insbesondere solche mit territorialen Eroberungen und militärischen Siegen, zur Untermauerung seiner politischen Erzählung.

Auch Patriarch Kirill stellte unmittelbar einen Bezug zum Krieg gegen die Ukraine her. Donskoi sei mit bedeutenden Siegen verbunden, die die unabhängige Existenz Russlands gesichert hätten. Nun solle man den heiligen Fürsten darum bitten, Russland vor ‚seinen Feinden‘ zu schützen – einschließlich jener, die Russland über Jahrhunderte hinweg hätten unterwerfen wollen und deren ‚inoffizielle Erben‘ heute noch existierten.

Nicht das erste Mal

Es ist nicht das erste Mal, dass Putin und Kirill in einer militärischen Krisensituation auf religiös-historische Symbolik zurückgreifen. Bereits im Frühjahr 2023, während einer besonders schwierigen Phase des Krieges, bedienten sie sich ähnlicher militärisch-mystischer Maßnahmen.

Pyotr Mironenko

Die Botschaft ist dabei bemerkenswert eindeutig: Wenn die Gegenwart keine einfachen Erfolgsgeschichten liefert, muss offenbar die Vergangenheit aushelfen. Und wenn selbst 640 Jahre alte Gebeine dafür herhalten können, warum nicht.

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