Phönix aus der Asche: das 50-Milliarden-Ertragswunder deutscher Banken

Deutsche Banken haben nach Daten der EZB ihren Gewinn vor Steuern im vergangenen Jahr um 74% auf insgesamt 49 Mrd. EUR gesteigert.

Damit werde der bisherige Rekordwert von 33,9 Mrd. EUR aus dem Jahr 2005 regelrecht pulverisiert. Der Vorsteuergewinn 2005 stammt von der Bundesbank, die eine breitere Banken- bzw. Gewinndefinition zugrunde legt. So umfasst die Ertragsdefinition der Bundesbank beispielsweise zusätzlich Förderinstitute wie die KfW, die die EZB nicht erfasst, so Barkow Consulting.

Es sei daher möglich, dass die Bundesbank im September für alle deutschen Banken sogar einen Gesamtgewinn vor Steuern von über 50 Mrd. EUR ausweisen könnte.

Zu den ärgerlichen Unterschieden zwischen den Zahlen der Bundesbank und der EZB habe sich Barkow Consulting bereits in der Vergangenheit ausführlich geäußert. Zugegebenermaßen waren die Differenzen in den vergangenen Jahren nicht mehr ganz so erheblich.

Deutsche Banken mit Rückenwind

Die hiesigen Finanzinstitute waren schließlich schon die Letzten, die die Zinswende nach oben vor zwei Jahren via Festgeld etc. an ihre Kund:innen weiterreichten – bei fallender Zinserwartung kann es dagegen offenbar wiederum gar nicht schnell genug gehen. Die Zinsdifferenz aus selbst realisierten und weitergereichten Zinsen bleibt also ‚im Hause‘. Und sie ist umso größer, je schneller sich die Leitzinsen verändern und theoretisch ‚zeitnah‘ angepasst werden müssten.

Genau wie bei Überweisungen lassen sich Banken dabei schon mal Zeit.

Der Zinserhöhungszyklus aka Zinswende ab Mitte 2022 war nicht irgendeiner, sondern der schnellste in der Geschichte. Das beantwortet wohl alle Fragen nach dem Zustandekommen des neuen Rekordgewinns in der deutschen Bankenlandschaft.

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