LAIQON: Anleihe, Entschuldung und Wachstum – Balanceakt unter Finanzdruck

Laiqon

LAIQON sichert Finanzierung mit Anleihe 2026/31 und Kapitalmaßnahmen – gleichzeitig bleibt die operative Entwicklung entscheidend.

Die LAIQON AG strukturiert ihre Finanzierung neu und reagiert damit direkt auf den bestehenden Liquiditätsdruck. Im Zentrum steht die geplante Unternehmensanleihe 2026/31 mit einem Volumen von bis zu 20,0 Mio. EUR und einem Coupon von 6,50%. Gleichzeitig ergänzt eine Kapitalerhöhung die Maßnahmen, sodass LAIQON einen Finanzierungsbedarf von rund 16 Mio. EUR für die kommenden zwölf Monate aktiv adressiert. Damit verfolgt das Unternehmen einen klaren und proaktiven Stabilisierungskurs.

Operativ zeigt sich jedoch ein gemischtes Bild. Das EBITDA lag 2025 bei -2,9 Mio. EUR und blieb damit unter den Markterwartungen. Gleichzeitig relativiert die Pro-forma-Betrachtung diese Entwicklung deutlich. Unter Einbeziehung der MainFirst-Transaktion erreicht das EBITDA bereits +0,7 Mio. EUR. Zudem steigert LAIQON die Umsätze pro-forma um 43% auf 44,2 Mio. EUR, während die Assets under Management auf über 10,0 Mrd. EUR anwachsen. Damit bestätigt das Unternehmen seine Wachstumsdynamik.

Für Kapitalmarktinvestoren rückt die Bilanz klar in den Mittelpunkt. Deshalb treibt LAIQON die Entschuldung aktiv voran. Über eine gemischte Sachkapitalerhöhung reduziert das Unternehmen Verbindlichkeiten um rund 16,0 Mio. EUR und erhöht gleichzeitig das Eigenkapital um etwa 9,5 Mio. EUR. Dadurch senkt LAIQON insbesondere die Rückzahlungsverpflichtungen bestehender Wandelschuldverschreibungen sowie der Anleihe 2025/30 deutlich. Gleichzeitig streckt das Unternehmen das Fälligkeitsprofil bis 2031 und reduziert kurzfristige Refinanzierungsspitzen in den Jahren 2027 und 2028 spürbar.

LAIQON 2023/2028

LAIQON Wandelanleihe 2023/28

Zudem verbessert sich die Planungssicherheit. Bereits zugesagte Mittel von mindestens 11 Mio. EUR sowie ein zusätzlicher potenzieller Investor über 5 Mio. EUR stärken die Finanzierungsbasis. Dennoch bleibt die Situation angespannt, da die Testierung des Jahresabschlusses unmittelbar von der erfolgreichen Umsetzung der Kapitalmaßnahmen abhängt. Die Verschiebung des Geschäftsberichts auf Mitte April macht diese Abhängigkeit deutlich.

Parallel arbeitet LAIQON konsequent an der operativen Effizienz. Ein Kostensenkungsprogramm soll die Cost-Income-Ratio bis 2027 auf rund 70% senken. Gleichzeitig bereitet das Unternehmen den Wechsel in den Prime Standard vor, um die Kapitalmarktfähigkeit gezielt auszubauen und neue Investorengruppen anzusprechen.

Fazit: Die LAIQON AG stabilisiert ihre Finanzierung aktiv und kombiniert dabei Anleihe, Kapitalmaßnahmen und Entschuldung. Entscheidend bleibt jedoch, ob das Unternehmen die operative Verbesserung konsequent umsetzt und damit die Grundlage für eine nachhaltige Kapitalmarktstory schafft.

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