KI bringt deutschen Unternehmen schon Rendite, aber die Daten hinken hinterher

Nscale mit der größten Serie-C-Finanzierung Europas

KI zahlt sich für deutsche Unternehmen zunehmend aus: Mehr als sieben von zehn erzielen bereits einen messbaren ROI. Für den nächsten Wachstumsschub fehlt allerdings oft das Datenfundament.

Die KI-Nutzung in deutschen Unternehmen schreitet deutlich voran. Laut dem aktuellen AI Momentum Index von Dun & Bradstreet erzielen 73% inzwischen einen messbaren Return on Investment (ROI). Die Hälfte berichten von einem punktuellen ROI aus einzelnen Projekten, weitere 23% von einem breiten oder starken ROI über mehrere Projekte hinweg.

Besonders auffällig: 69% der deutschen Unternehmen skalieren, operationalisieren oder nutzen bereits agentische Workflows. Weltweit sind es lediglich 60%. Auch beim Investitionswillen liegt Deutschland vorn: 79% erwarten in den kommenden zwölf Monaten steigende KI-Ausgaben – global sind es rund 67%.

Das Problem liegt ausgerechnet bei der Grundlage für weitere KI-Skalierung: Nur 3% der deutschen Unternehmen halten ihre Daten für vollständig bereit, um KI im großen Maßstab einzusetzen. Weltweit liegt dieser Anteil immerhin bei 6%. Weniger als die Hälfte sehen ihre Daten als teilweise und 43% als weitgehend bereit. Bei knapp jedem zehnten Unternehmen sind sie dagegen kaum oder gar nicht vorbereitet.

Einer, der KI und sein Potenzial voll verstanden hat

Einer, der KI und sein Potenzial voll verstanden hat

Damit klafft eine Lücke zwischen ersten KI-Erträgen und einem verlässlich skalierbaren Einsatz. Auch beim Risikomanagement besteht Nachholbedarf: Nur 36% fühlen sich gut oder sehr gut aufgestellt, um Risiken wie Bias, Datenschutz oder Compliance zuverlässig zu erkennen und zu steuern.

‚Die KI-Adoption hat die Datenreife überholt‘, meint Gary Kotovets, Chief Data and Analytics Officer bei Dun & Bradstreet. Für den breiten Einsatz von KI und insbesondere agentischen Workflows seien verifizierte Daten und der konkrete Geschäftskontext entscheidend.

Die Erwartungen bleiben derweil hoch: 78% der deutschen Unternehmen rechnen im kommenden Quartal mit konkreten neuen Produkten, Geschäftsmodellen oder operativen Verbesserungen durch KI. Global sind es nur 56%. Die Studie zeigt damit einen bemerkenswerten Spagat: Deutschland investiert kräftig und erzielt bereits erste Erträge – muss aber zugleich sein Datenfundament deutlich verbessern, damit aus punktuellem ROI nachhaltige Wirkung im gesamten Unternehmen wird.

Gary Kotovets

Der AI Momentum Index basiert auf einer quartalsweisen Befragung von 10.000 Unternehmen in 32 Ländern. Dun & Bradstreet ist Anbieter von verifizierten Wirtschafts- und Entitätsdaten und führt unter anderem die D-U-N-S-Nummer zur weltweiten Unternehmensidentifikation.

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