
Internationale Aktien und Small Caps könnten profitieren – trotz Konflikt und Ölpreisschock bleibt T. Rowe Price konstruktiv.
Der aktuelle Marktkommentar von Sebastien Page* bringt es auf den Punkt: Die Unsicherheit rund um den Nahostkonflikt ist hoch, doch ein klarer historischer Vergleich fehle. Für Anleger bedeutet das vor allem eines – Ermessensentscheidungen statt Lehrbuchstrategien.
Trotz geopolitischer Risiken hält das Asset Allocation Committee von T. Rowe Price an seiner Grundpositionierung fest: neutral zwischen Aktien und Anleihen, mit Fokus auf internationale Aktien und Small Caps. Gleichzeitig bleibt die Duration kurz und die Diversifikation über Real Assets als Inflationsschutz zentral.
Ein entscheidender Punkt ist die erwartete Marktverbreiterung. Während zuletzt vor allem große US-Techwerte dominierten, könnten künftig breiter aufgestellte Marktsegmente profitieren. Insbesondere internationale Aktien sowie globale Small Caps bieten laut Einschätzung Bewertungsvorteile und profitieren stärker von fiskalischen Impulsen.
Der Ölpreisschock spielt dabei eine Schlüsselrolle. Die Kette ist klar: Geopolitik → Öl → Inflation → Zinsen → Wachstum. Nach Einschätzung des Komitees stehen die Märkte noch am Anfang dieser Entwicklung. Gleichzeitig unterschätzen viele Investoren das Risiko steigender Inflation, etwa durch höhere Energie- und Düngemittelpreise.
Entsprechend wurde der Inflationsschutz gezielt ausgebaut, unter anderem über inflationsgeschützte Anleihen. Bemerkenswert: Trotz der geopolitischen Eskalation sind die langfristigen Inflationserwartungen bislang relativ stabil geblieben – aus Sicht der Strategen ein mögliches Fehlpricing.
Historisch zeigen sich Aktienmärkte jedoch robust. Selbst nach großen geopolitischen Ereignissen erzielte der S&P 500 im Schnitt rund 10% Rendite in den folgenden 12 Monaten. Auch aktuell stützen starke Unternehmensgewinne, KI-Investitionen und fiskalische Impulse die Märkte.
Besonders interessant: Sobald sich die Nachrichtenlage verbessert, zeigen internationale Aktien und Small Caps bereits erste Outperformance-Tendenzen. In Lateinamerika profitieren Märkte zusätzlich von der Nachfrage nach Rohstoffen im Zuge der KI- und Energiewende.
Risiken bleiben dennoch bestehen. Eine Eskalation des Konflikts könnte Stagflation auslösen und die Ölpreise deutlich nach oben treiben. Zudem gelten US-Aktien als ambitioniert bewertet – ein Umfeld mit begrenztem Spielraum für Enttäuschungen.
Fazit
Internationale Aktien und Small Caps rücken stärker in den Fokus. Entscheidend bleibt jedoch die Entwicklung der Inflation – sie ist der zentrale Übertragungskanal, den die Märkte derzeit möglicherweise unterschätzen.
*) Sebastien Page ist CIO für Global Multi-Asset bei T. Rowe Price und verantwortet die strategische Asset-Allokation. T. Rowe Price zählt zu den führenden globalen Vermögensverwaltern mit Fokus auf aktive Investmentstrategien.
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