Halbjahreszahlen bei KION – zwischen Rekordauftragseingang und Zollknüppel

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres setzte KION den Trend der ersten drei Monate fort und erzielte Ergebnisse im Rahmen der eigenen Erwartungen.

Trotz anhaltender erheblicher makroökonomischer und geopolitischer Unsicherheiten stieg die Kundennachfrage: Mit 6,206 Mrd. EUR (H1 2024: 5,079 Mrd. EUR) lag der Auftragseingang auf KION-Ebene deutlich über dem Vorjahreswert. Der Umsatz in beiden operativen Segmenten lag aufgrund des niedrigeren Auftragsbestands zu Beginn des Jahres 2025 leicht unter dem Vorjahresniveau.

„Mit einem Rekordauftragseingang bei Supply Chain Solutions im zweiten Quartal 2025 und allen wichtigen Kennzahlen im ersten Halbjahr dieses Geschäftsjahres im Rahmen unserer Prognose sind wir auf gutem Weg, unsere Ziele zu erreichen“, meint Rob Smith, CEO der KION GROUP. „In einer globalen Wirtschaft, die digital und physisch stark vernetzt ist, bietet KION seinen Kunden das gesamte Spektrum an Lösungen, um ihre Lieferketten zukunftsfähig zu machen – flexibel, widerstandsfähig und intelligent. KION gestaltet den Welthandel – global, regional und lokal – auch in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit.“

Der Auftragseingang bei Industrial Trucks & Services belief sich auf 4,028 Mrd. EUR (H1 2024: 3,770 Mrd. EUR) und profitierte sowohl vom Neugeschäft mit Lagertechnik und Gegengewichtsstaplern als auch vom anhaltenden Wachstum im Servicegeschäft. Der deutliche Anstieg des Auftragseingangs bei Supply Chain Solutions auf 2,201 Mrd. EUR (H1 2024: 1,318 Mrd. EUR) beinhaltet einen Rekordauftragseingang von 1,445 Mrd. EUR im zweiten Quartal, der durch das Projektgeschäft und ein anhaltendes Wachstum im Servicegeschäft getrieben wurde.

Der Konzernumsatz im ersten Halbjahr 2025 ging gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht um 4,2% auf 5,496 Mrd. EUR zurück. Im Segment Industrial Trucks & Services sank der Umsatz um 4% auf 4,135 Mrd. EUR, was hauptsächlich auf den normalisierten Auftragsbestand zurückzuführen ist. Der Umsatz im Segment Supply Chain Solutions sank um 4,5% auf 1,385 Mrd. EUR aufgrund des geringeren Auftragseingangs im Projektgeschäft in den Vorquartalen. Das Servicegeschäft erzielte gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen deutlichen Anstieg.

Das EBIT bereinigt auf Konzernebene belief sich auf 385,0 Mio. EUR (H1 2024: 447,0 Mio. EUR). Die EBIT-Marge bereinigt ging auf 7,0% (H1 2024: 7,8%) zurück.

Das Konzernergebnis belief sich auf 47,9 Mio. EUR (H1 2024: 181,7 Mio. EUR) und war deutlich durch Rückstellungen für das im Februar angekündigte Effizienzprogramm beeinflusst. Der Free Cashflow war mit 161,9 Mio. EUR (H1 2024: 202,2 Mio. EUR) deutlich positiv.

Aufgrund der andauernden Handelskonflikte haben sich geopolitische Risiken und damit verbunden mögliche negative Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette und Absatzmärkte von KION verschärft.

KION in Zahlen

KION in Zahlen

Zum vorliegenden Berichtszeitpunkt bestätigt der Vorstand der KION GROUP AG seine im Prognosebericht 2024 aufgeführten Zielwerte für das Geschäftsjahr 2025 für den Konzern sowie für die beiden operativen Segmente. Diese Einschätzung zur voraussichtlichen Geschäftsentwicklung des Konzerns und der operativen Segmente stehe jedoch unter dem Vorbehalt, dass die Lieferketten von KION nicht durch Handelsbarrieren, wie insbesondere Zölle sowie Zugangsbeschränkungen bei kritischen Rohstoffen, signifikant beeinträchtigt würden.

Einschätzung von BondGuide: KION benötigte 5,5 Mrd. EUR Umsatz für 48 Mio. EUR Netto-Ergebnis im ersten Halbjahr. Das ist eine Profitabilität von unter 1%, also auf Tagesgeldniveau. Ein bis zwei Zollthemen würden ausreichen, um selbst bei 10 Mrd. EUR Umsatz im Gesamtjahr nicht mehr profitabel sein zu können – daran könnte auch ein Rekordauftragseingang nicht viel ändern.

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