
Der Global Peace Index zeigt eine Rekordzahl an Konflikten. Krieg, KI und geopolitische Spannungen treiben die Kosten der Gewalt nach oben.
Die weltweite Friedfertigkeit hat sich 2025 zum zwölften Mal in Folge verschlechtert. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Global Peace Index (GPI) 2026 des Institute for Economics & Peace (IEP). Demnach verzeichneten 99 Länder im vergangenen Jahr eine Verschlechterung ihrer Sicherheitslage – so viele wie nie zuvor in der 20-jährigen Geschichte des Index. Insgesamt sind heute 119 Staaten weniger friedlich als noch 2007.
Besonders alarmierend ist die Zahl der aktiven Konflikte. Mit 61 staatlich organisierten Kriegen und Konflikten wurde der höchste Wert seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs erreicht. Die Zahl der Konflikttoten stieg 2025 auf mehr als 181.000 Menschen und liegt damit sechsmal höher als noch 2008. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Länder, die in externe Konflikte verwickelt sind, seit 2008 von 59 auf 103 Staaten nahezu verdoppelt.
Der Bericht beschreibt diese Entwicklung als Folge einer zunehmenden geopolitischen Fragmentierung. Während traditionelle Großmächte an Einfluss verlieren, gewinnen regionale Mittelmächte an Bedeutung. Gleichzeitig funktionieren klassische Mechanismen der Konfliktlösung immer schlechter. Nur noch 4% der Konflikte enden heute mit einem Friedensabkommen – in den 1970er-Jahren waren es noch 23%.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die technologische Entwicklung der Kriegsführung. Die Zahl der registrierten Drohnenangriffe ist seit 2018 explosiv gestiegen. Künstliche Intelligenz verkürzt Zielentscheidungen teilweise von Stunden oder Tagen auf wenige Sekunden. Der Bericht warnt davor, dass Maschinen zunehmend über Leben und Tod entscheiden, während internationale Regelwerke kaum Schritt halten können.
Auch wirtschaftlich werden die Folgen immer gravierender. Die globalen Kosten von Gewalt stiegen 2025 auf den Rekordwert von 21,8 Bio. USD, was 11% der weltweiten Wirtschaftsleistung entspricht. Gleichzeitig erreichten die weltweiten Militärausgaben mit 2,9 Bio. USD einen neuen Höchststand.
Als friedlichstes Land der Welt bleibt Island zum 19. Mal in Folge an der Spitze des Rankings. Am anderen Ende der Skala steht erstmals Russland vor Sudan, der Demokratischen Republik Kongo, der Ukraine und Israel. Die USA fielen auf Rang 134 und erreichten damit ihre bislang schlechteste Platzierung.
Besondere Aufmerksamkeit widmet der Bericht dem Konflikt mit dem Iran. Eine erfolgreiche diplomatische Lösung, die eine erneute Eskalation verhindert, hätte nach Berechnungen des IEP einen wirtschaftlichen Nutzen von rund 2,2 Bio. USD für die Weltwirtschaft.
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