
Girokonto statt Kapitalmarkt: Warum Milliarden brachliegen – und wie Anleger mit Sparplänen gegensteuern können.
Das Girokonto bleibt der Lieblingsparkplatz der Deutschen – allerdings mit Nebenwirkungen. Laut Bundesbank horten Privathaushalte rund 2,3 Bio. EUR in liquiden Mitteln wie Bargeld, Giro- oder Tagesgeld. Das Problem: Nach Abzug der Inflation bedeutet das real ein Minusgeschäft.
Für Samuel Dirks von der LAUREUS AG PRIVAT FINANZ ist das ein klassischer Denkfehler: Viele Anleger sammeln Kapital auf dem Girokonto, um später vermeintlich zum ‚richtigen Zeitpunkt‘ zu investieren. Doch genau dieses gut gemeinte Market Timing erweist sich in der Praxis als kaum beherrschbar – selbst für Profis.
Market Timing: Illusion statt Strategie
Der Versuch, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu erwischen, scheitert meist an der Realität der Märkte. Weder DAX noch Dow Jones lassen sich zuverlässig prognostizieren. Wer wartet, riskiert vor allem eines: die besten Börsentage zu verpassen – und damit einen erheblichen Teil jeder langfristigen Rendite.
Die Erkenntnis: Zeitraum schlägt Zeitpunkt. Wer dauerhaft investiert bleibt, hat historisch deutlich bessere Chancen als Anleger, die nur punktuell aktiv werden.
Cost-Average-Effekt: System schlägt Bauchgefühl
Ein bewährter Gegenentwurf ist der Fondssparplan. Durch regelmäßige Investments greift der sogenannte Cost-Average-Effekt: Bei niedrigen Kursen werden mehr Anteile gekauft, bei hohen entsprechend weniger. So entsteht über die Zeit ein Durchschnittspreis – und die emotionale Komponente tritt in den Hintergrund.
Gerade in volatilen Marktphasen bietet dieses Modell eine Art ‚eingebaute Disziplin‘. Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt entfällt, das System übernimmt.
Disziplin schlägt Analyse
Für Dirks ist klar: Nicht die perfekte Analyse entscheidet, sondern konsequentes Verhalten. Ein Sparplan funktioniert wie eine feste Ausgabe – ähnlich wie Miete oder Versicherung. Gleichzeitig reduziert er das Risiko von Fehlentscheidungen, etwa vorschnellen Verkäufen nach Kursrückgängen.
Langfristig entfaltet dabei der Zinseszinseffekt seine volle Wirkung – ein entscheidender Vorteil gegenüber passivem Kapital auf dem Girokonto.
Flexibilität durch Mischfonds
In einem unsicheren Marktumfeld können Mischfonds oder vermögensverwaltende Ansätze zusätzliche Stabilität bieten. Sie investieren flexibel in verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffe und können Risiken aktiv steuern.
Unterm Strich bleibt: Während das Girokonto Sicherheit suggeriert, kostet es real Kaufkraft. Wer Vermögen aufbauen will, kommt am Kapitalmarkt kaum vorbei.
Die LAUREUS AG PRIVAT FINANZ ist ein unabhängiger Finanzberater mit Fokus auf ganzheitliche Vermögensstrategien. Experte Samuel Dirks berät Anleger insbesondere zu langfristigen Investmentlösungen und strukturiertem Vermögensaufbau.
——————-
Unsere neueste BondGuide-Jahresausgabe „Finanzierung im Mittelstand 2025“ kann jetzt vollkommen kostenfrei gelesen und heruntergeladen werden. Daneben können auch unsere weiteren Nachschlagewerke wie bisher als kostenlose E-Magazine bequem heruntergeladen, gespeichert & durchgeblättert werden.
Bitte nutzen Sie für Fragen und Meinungen Twitter – damit die gesamte Community davon profitiert. Verfolgen Sie alle Diskussionen & News zeitnaher auf Twitter@bondguide !

