Frischer Wind im Zahlungsverkehr

Der Anteil an Zahlungen mit Kreditkarten wird bis 2027 voraussichtlich auf 50% sinken. Im Kommen dagegen: E-Wallet- und Sofortzahlungen im digitalen Zahlungsverkehr.

Der digitale Zahlungsverkehr umfasst alle bargeldlosen Methoden, von traditionellen Zahlungsmitteln wie Kredit- und Debitkarten bis hin zu alternativen Formen wie Instant Payments (kurz A2A) und E-Wallets. „Dieser Wandel hat auch Einfluss auf die Art und Weise, wie Unternehmen neue Märkte und Kundensegmente erschließen, und bietet neuen Marktteilnehmern die Chance, sich diese neuen Zahlungsmethoden zunutze zu machen, zulasten traditioneller Zahlungswege“, meint Guillaume Chieusse, Portfoliomanager für europäische Aktien bei ODDO BHF AM.

Kartenzahlungen machten im letzten Jahr 57% des gesamten digitalen Zahlungsvolumens aus. Diese Zahl wird bis 2027 voraussichtlich auf 50% sinken. Der Anteil von E-Wallet- und Sofortzahlungen an digitalen Zahlungen dürften hingegen um 9 auf 30% im Jahr 2027 steigen.

Neue Lösungen durch eigene Initiativen

„Maßgeblicher Treiber bei der Gestaltung des künftigen Zahlungsverkehrs sind Initiativen von Regulierungsbehörden und innerhalb der Branche“, so Chieusse hinzu. Jedes Land schaffe eigene Regeln und Vorschriften, um den digitalen Zahlungsverkehr zu fördern und gleichzeitig Sicherheit und Vertraulichkeit zu gewährleisten. In Europa gibt es beispielsweise SEPA (Single Euro Payments Area), den Clearing- Mechanismus für alle A2A-Überweisungen in Europa, und die PSD (Payment Services Directives), die die Regeln für SEPA festlegen.

Schub durch Open Finance

Befördert wird die Transformation auch durch das Konzept von Open Finance. Die Grundidee dahinter ist die Zusammenführung persönlicher Finanzdaten auf einer einzigen Plattform, was den Datenzugriff, die Visualisierung und die Abwicklung erleichtert. A2A-Überweisungen ermöglichen eine sofortige Abwicklung, verringern die Anzahl der Vermittler und unterstützen eine starke Integration mit Open-Finance-Plattformen. Die European Payments Initiative hat WERO* auf den Weg gebracht, eine mobile Geldbörse und Sofortüberweisungslösung. Mit dieser App können Nutzer über Telefonnummern, QR-Codes oder E-Mail-Adressen sofort Geld senden und empfangen. „Mit WERO baut Europa einen eigenen einheitlichen Zahlungskanal auf“, erläutert der Portfoliomanager.

Flexible Zahlungsdienste im Vorteil

Guillaume Chieusse mit einem Kommentar zum Zahlungsverkehr der Zukunft

Guillaume Chieusse

In anderen Regionen wie dem asiatisch-pazifischen Raum gestaltet sich die Zusammenführung von Anbietern digitaler Geldbörsen und A2A-Dienstleistern schwieriger. Innerhalb des Anlageuniversums habe man Boku* als einen in dieser Hinsicht zentralen Akteur identifiziert, so Chieusse: „Boku hat seinen Sitz in Großbritannien und betreibt eine Plattform, die seinen Kunden die Expansion in neue Märkte ermöglicht, in denen traditionelle Zahlungsmethoden wenig oder gar nicht verbreitet sind“.

Über die Plattform können Kunden den von ihnen bevorzugten lokalen Zahlungsweg wählen wie die A2A-Überweisung oder sogar über die Mobilfunkabrechnung. Besonders in Asien und Lateinamerika ist viel Bewegung im Zahlungsmix. Dort bevorzugen Verbraucher A2A-Überweisungen und digitale Geldbörsen. Boku ist gut aufgestellt, um von diesem Trend zu profitieren.

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