Formycon: Ergebnis überrascht positiv – Turnaround rückt näher

Formycon

Formycon verbessert das Ergebnis deutlich und stärkt die Liquidität. Der Umsatz bleibt schwächer – der Blick richtet sich auf 2026.

Die Formycon AG liefert für 2025 ein gemischtes, aus Investorensicht jedoch konstruktives Gesamtbild. Während der Umsatz hinter den Erwartungen zurückbleibt, verbessert das Unternehmen die Ergebniskennzahlen deutlich und stärkt zugleich seine Finanzierungsbasis.

Konkret fiel der Konzernumsatz um 36% auf 44,5 Mio. EUR. Damit verfehlte Formycon die eigene Prognose von 55 Mio. EUR bis 65 Mio. EUR klar. Hauptgründe waren verschobene Meilensteinzahlungen sowie eine schwächere Entwicklung einzelner Vermarktungserlöse, insbesondere bei FYB202. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass ein Teil der Umsätze lediglich zeitlich verschoben wurde.

Deutlich positiver entwickelte sich das Ergebnis. Das EBITDA verbesserte sich erheblich und fiel um 74% auf -3,6 Mio. EUR. Auch das Adjusted EBITDA lag mit -2,3 Mio. EUR klar über der Prognose. Maßgeblich hierfür waren konsequentes Kostenmanagement sowie bilanzielle Effekte aus aktivierten Entwicklungsinvestitionen und Meilensteinzahlungen.

Ein zentraler Punkt für den Kapitalmarkt ist die gestärkte Liquidität. Durch die Platzierung einer Unternehmensanleihe über 70 Mio. EUR erhöhte sich das Working Capital deutlich auf 70,1 Mio. EUR. Gleichzeitig stiegen die liquiden Mittel auf 68,8 Mio. EUR. Damit sichert sich Formycon die Finanzierung der nächsten Wachstumsphase und reduziert kurzfristige Finanzierungsrisiken.

Formycon 2025/29

Operativ macht das Unternehmen Fortschritte entlang der Biosimilar-Pipeline. Während FYB201 nach temporären Rückschlägen wieder in den US-Markt zurückkehrt, gewinnt FYB202 international an Dynamik. Zudem rückt mit FYB203 der Markteintritt in Europa und den USA näher. Besonders im Fokus steht jedoch FYB206, das bereits vor Zulassung signifikante Meilensteinzahlungen generieren könnte.

Für 2026 stellt Formycon einen klaren Turnaround in Aussicht. Das Unternehmen erwartet einen Umsatzanstieg auf 60 Mio. bis 70 Mio. EUR sowie ein positives EBITDA von bis zu 10 Mio. EUR. Damit würde der Übergang vom Entwicklungsunternehmen hin zu einem kommerziell ausgerichteten Geschäftsmodell gelingen.

Für Investoren ergibt sich damit ein klares Bild: Kurzfristig bleibt die Umsatzdynamik volatil. Zudem verbessert sich jedoch die finanzielle Basis deutlich, während die Pipeline zunehmend monetarisiert wird.

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