DocMorris wächst im ersten Quartal – nur (noch?) nicht wirklich profitabel

DocMorris steigert Umsatz und Kundenbasis, doch die Profitabilität bleibt Dauerbaustelle – zusätzlich droht noch der Machtkampf im Aktionariat.

Die Schweizer DocMorris meldet für das erste Quartal ein solides Umsatzwachstum, bleibt operativ jedoch weiter defizitär. Der Außenumsatz stieg um 11% auf 318 Mio. CHF, getrieben vor allem durch das Rx-Geschäft mit einem Plus von 30%.

Treiber sei die anhaltend hohe Nachfrage nach verschreibungspflichtigen Medikamenten sowie eine steigende Marketingeffizienz. Auch der Bereich Digital Services legte um fast zwei Drittel deutlich zu – allerdings von vergleichsweise niedriger Basis. Das klassische Non-Rx-Geschäft wuchs dagegen nur moderat.

Trotz dieser Dynamik bleibt die Ertragslage angespannt: Das bereinigte EBITDA verbesserte sich um 61% auf -6,3 Mio. CHF, liegt damit aber weiterhin klar im negativen Bereich. Aussagen zum Nettoergebnis fehlen – ein wiederkehrender Kritikpunkt am Reporting. Den müssen sich Interessierte nach wie vor aus Geschäfts- und Zwischenberichten suchen.

Indes, auch der Blick auf die Kundenbasis fällt positiv aus: Die Zahl aktiver Nutzer stieg um 1 Mio. auf 12,6 Mio. Dennoch bleibt die zentrale Frage offen, wann und ob sich das Wachstum nachhaltig in Gewinne übersetzen lässt.

Aktie der DocMorris (ehemals Zur Rose AG) versus Wandelanleihe

Aktie der DocMorris (ehemals Zur Rose AG) versus Wandelanleihe

Das Management halte zwar am Ziel fest, 2026 den EBITDA-Breakeven zu erreichen – ein Ziel, das bereits schon länger kommuniziert wird. Angesichts der aktuellen Zahlen erscheint dies ambitioniert. Der Aktienkurs scheint ebenfalls nicht restlos überzeugt.

Zusätzliche Unsicherheit bringt ein aufkommender Machtkampf im Aktionariat. Investor Jacek Szwajcowski, der über die Beteiligungsgesellschaft CEPD rund 15% an DocMorris hält, strebt offenbar eine stärkere Kontrolle über den Verwaltungsrat an. Das Management warnt vor einer ‚Übernahme durch die Hintertür‘ und ruft die Aktionäre zur Unterstützung der bestehenden Gremien auf.

Damit verschärft sich die Lage für DocMorris doppelt: Operativ bleibt die Profitabilität das zentrale Problem – strategisch droht eine Governance-Debatte.

Fazit

DocMorris wächst weiter solide, doch der Weg zur Profitabilität bleibt steinig. Der zusätzliche Aktionärskonflikt erhöht die Unsicherheit – auch mit Blick auf den ohnehin schwachen Aktienkurs.

DocMorris (ehemals Zur Rose AG) ist eine führende europäische Online-Apotheke mit Fokus auf Rx-, OTC- und digitale Gesundheitsservices. CEO Walter Hess und CFO Daniel Wüest treiben die Transformation hin zu einer integrierten Gesundheitsplattform voran.

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