Die Kosten des Bezahlens: Wie teuer sind verschiedene Zahlungsmittel?

Genau hingeschaut, wo die Kosten der Bezahlung liegen

Geld ausgeben kann teuer werden. Das ist logisch und keine große Überraschung. Doch die Kosten des Bezahlens, also wie man bezahlt, entgeht vielen im Alltag. Von Robert Steininger*

Beim Bezahlen tummeln sich eine Menge kleiner Kostenpunkte, die nicht auf den ersten Blick auffallen, aber sich bei genauerem Hinsehen zu einem beachtlichen Posten summieren.

Warum Bezahlen mehr kostet als gedacht

Die Vielfalt an Zahlungsmethoden wirkt auf den ersten Blick wie ein Geschenk der modernen Welt. Bargeld für die einen, Karte für die anderen und für alle, die ihre Geldbörse sowieso nie dabei haben, gibt es mittlerweile auch Smartphone oder Smartwatch als Bezahlhelfer.

Doch dieser Komfort kommt mit einem Preisschild, wenn auch oft im Kleingedruckten. Hinter jeder Transaktion steckt ein System aus Infrastrukturen, Dienstleistern, Gebührenmodellen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Und je nach Perspektive variiert die Belastung.

So werden die tatsächlichen Kosten einer Zahlung meist nicht wahrgenommen. Die Karte wird durchgezogen, das Smartphone kurz aufgelegt, das Bargeld über den Tresen geschoben. Zack, erledigt. Doch irgendwo, in irgendeinem System, läuft ein Zähler mit.

Alternativ nutzen immer mehr Menschen Kryptos als modernes, günstiges und schnelles Zahlungsmittel.

Ferner sind Krypto-Payments anonym, was ihnen die Tür in bestimmten Branchen geöffnet hat. Vorreiter ist hierfür das Online Glücksspiel, bei dem man in darauf spezialisierten Casinos mit diversen Coins ein- und auszahlen kann. Die Erwartungshaltung der Spieler ist zudem in der Regel hoch, sodass davon ausgegangen wird, dass der Anbieter die Gebühren trägt. Diese Erwartungshaltung gilt nicht nur in Krypto-Casinos, sondern auch bei Online-Shops. Werden doch (sichtbare) Gebühren verlangt, kommt es häufig zum Abbruch der Transaktion durch den Kunden.

Was kostet es wirklich, mit Bargeld zu zahlen?

Bargeld wirkt auf viele noch immer wie ein Fels in der Brandung des Zahlungsverkehrs. Es raschelt, es klimpert und es vermittelt das beruhigende Gefühl von Kontrolle. Doch diese Nostalgie hat ihren Preis. Laut Experten der Bundesbank verursacht eine Barzahlung im Schnitt Kosten von rund 24 Cent pro Transaktion. Was wie ein Kleckerbetrag klingt, summiert sich bei Millionen von Einkäufen täglich zu einer beachtlichen Zahl.

Selbst Bargeld trägt Kosten

Selbst Bargeld trägt Kosten

Dabei sind es nicht nur die Münzen und Scheine selbst, die ins Gewicht fallen. Bargeld will abgeholt, gezählt, sortiert, gelagert und gesichert werden. Das kostet Zeit, Personal und manchmal auch Nerven. Für Händler bedeutet das, Kassen abschöpfen, Geld zur Bank bringen oder abholen lassen, sich mit Wechselgeldkästen herumschlagen und regelmäßig die Zähne zusammenbeißen, wenn mal wieder ein Schein gefälscht ist.

Auch auf Seiten der Verbraucher bleibt es nicht kostenlos: Abhebegebühren, Umwege zur nächsten Bankfiliale und Wartezeiten an Geldautomaten sind eher selten mit Begeisterung verbunden. Dennoch hält sich das Bargeld wacker, da es für viele weiterhin den Vorteil der Anonymität und Spontaneität bietet.

Ist Kartenzahlung wirklich besser?

Wenn’s schnell gehen soll, wird gern die Karte gezückt. Dabei ist nicht jede Plastikkarte gleich teuer. Während Girokarten, also klassische EC-Karten, mit durchschnittlich 34 Cent pro Zahlung noch relativ preiswert daherkommen, langt die Kreditkarte kräftiger zu, denn über einen Euro kann eine einzelne Zahlung kosten – je nach Anbieter und Gebührenmodell.

Dabei liegt der Unterschied vor allem in der Abwicklung. Kartenterminals, Netzbetreiber, Serviceanbieter: Alle wollen ein Stück vom Kuchen. Händler zahlen Fixkosten für die Technik und laufende Gebühren für jeden Bezahlvorgang.

Beim Einkauf die Kosten der Bezahlung im Auge behalten

Mobile Payment, Apple Pay und Co: was moderne Bezahlmethoden wirklich kosten

Einmal mit dem Handy gezahlt und dabei das Portemonnaie nicht mal berührt. Es fühlt sich ein bisschen nach Zukunft an, ist aber längst Alltag. Apple Pay, Google Pay und Co. greifen auf bestehende Kartensysteme zurück und das bedeutet, dass die zugrunde liegenden Kosten bestehen bleiben, aber in ein neues Gewand gepackt werden.

Technisch gesehen braucht es dafür etwas mehr, zum Beispiel moderne Terminals, stabile Internetverbindung und ein gewisses Maß an Sicherheits- und Update-Kultur. Die Kosten dafür landen nicht selten wieder beim Händler, auch wenn der Kunde nur den Arm hebt und das Display piept.

Was können Kryptowährungen als Zahlungsmittel ändern?

Bitcoin, Ethereum und ihre digitalen Brüder und Schwestern gelten vielen als das nächste große Ding im Zahlungsverkehr: dezentral, unabhängig und modern. Doch auch hier gilt, dass das Ganze nicht kostenlos sein kann.

Bei jeder Transaktion fallen sogenannte Miner Fees oder Netzwerkgebühren an. Diese variieren stark, abhängig von der Auslastung der Blockchain. Wer also zu Stoßzeiten mit Coins bezahlen will, kann auch mal zehn Dollar oder mehr für eine einfache Zahlung auf den Tisch legen, oder besser gesagt: ins Netzwerk schicken.

Bei Kryptowährungen zahlt nicht der Händler, sondern der Nutzer die Gebühren. Damit kehrt sich das klassische Modell um. Für Unternehmen kann das attraktiv sein, doch bei Kleinstbeträgen oder alltäglichen Einkäufen stößt das System an seine Grenzen. Zwar existieren Lösungen wie das Lightning Network bei Bitcoin, doch diese sind technisch komplex und noch längst nicht überall verfügbar.

Also wer zahlt eigentlich wann was?

Die einfache Frage ‚Was kostet das?‘ wird im Zahlungsverkehr zur kleinen Wissenschaft. Denn die Antwort hängt davon ab, wer bezahlt. Aus Sicht der Verbraucher zählen Dinge wie Gebühren, Zeitaufwand oder der Verlust an Kontrolle durch digitale Systeme. Händler hingegen rechnen mit Terminalmieten, Transaktionsgebühren und Aufwand für Buchhaltung oder Technikwartung.

In vielen Fällen verschwinden die Kosten im Produktpreis. Niemand sieht auf dem Kassenzettel, dass 30 Cent Aufschlag wegen Kreditkartenzahlung berechnet werden. Doch genau das passiert. Die Freiheit der Wahl zahlt man mit dem Geld der Allgemeinheit und mit dem Verzicht auf Transparenz.

Gesetze, Pflichten und neue Regeln

Die Gesetzgebung mischt ebenfalls kräftig mit. Mal um zu schützen, mal um zu kontrollieren. So wird immer wieder diskutiert, ob eine Kartenzahlungspflicht im Einzelhandel eingeführt werden soll. Ziel sei mehr Transparenz, weniger Schwarzgeld und größere Kundenzufriedenheit. Doch was auf den ersten Blick sinnvoll erscheint, bringt neue Kosten für kleine Händler mit sich, die bislang auf Bargeld gesetzt haben.

Auch andere Vorgaben, etwa zur Verfügbarkeit von Geldautomaten in ländlichen Regionen oder zur digitalen Sicherheit in der Kassenführung, führen zu laufenden Ausgaben. Nicht selten landen diese bei jenen, die sowieso schon mit schmaler Marge kalkulieren müssen.

Bezahlen kostet immer, die Frage ist nur, wann und für wen

Ganz gleich ob bar, mit Karte, per App oder mit digitalen Coins, jede Bezahlmethode bringt Kosten mit sich. Manche sieht man sofort, andere verstecken sich hinter technischen Systemen oder politischen Entscheidungen.

Wer die wahren Kosten des Bezahlens verstehen will, muss tiefer graben als bis zum Kassenbon. Dabei ist weniger entscheidend, ob eine Methode teurer ist als die andere, sondern vielmehr, wer sie bezahlt und wie.

*) Robert Steininger ist Fachautor für u.a. Anlagestrategien und publiziert regelmäßig zu Fachthemen wie Online- und Investment-Strategien, Glücksspielthemen, Krypto und Verhaltensanalyse.
—————————-

! NEU ! Die erste BondGuide Jahresausgabe 2025 ist erschienen (12. Jun.): ‚Green & Sustainable Finance 2025‘ kann wie gewohnt kostenlos als e-Magazin oder pdf heruntergeladen werden.

Bitte nutzen Sie für Fragen und Meinungen Twitter – damit die gesamte Community davon profitiert. Verfolgen Sie alle Diskussionen & News zeitnaher auf Twitter@bondguide !