
Accentro will vier Anleihen umfassend neu justieren: längere Laufzeiten, gelockerte Tilgungspflichten und mehr Spielraum bei Zukäufen.
Accentro will die Bedingungen von vier Anleihen der Gesellschaft beziehungsweise ihrer Tochter Accentro East Holding GmbH ändern. Betroffen sind die Reinstated 2026 Senior Notes, die Reinstated 2029 Senior Notes, die Super Senior Notes sowie die East Refinancing Notes. Sämtliche Anpassungen stehen unter dem Vorbehalt der Zustimmung der jeweiligen Anleihegläubiger.
Kernpunkt sind teils deutliche Laufzeitverlängerungen. Bei den beiden Reinstated Senior Notes soll die Fälligkeit des besicherten Hauptbetrags um zwei Jahre auf September 2031 verschoben werden; der nachrangige Teil würde entsprechend erst Ende 2036 fällig. Die Super Senior Notes sollen ebenfalls zwei Jahre länger bis Ende 2029 laufen. Bei den East Refinancing Notes könnte die Emittentin die aktuelle Fälligkeit Mitte 2027 um bis zu zwei weitere Jahre verlängern.
Zugleich sollen mehrere Pflichttilgungsregelungen entfallen oder gelockert werden. Bei den beiden Reinstated Senior Notes würden die Mindestpflichttilgungen vollständig gestrichen, ebenso die Pflichttilgung der Super Senior Notes aus bestimmten Erlösen. Für die East Refinancing Notes soll die vorzeitige Rückzahlung aus Nettoveräußerungserlösen eingeschränkt werden; Mittel könnten unter bestimmten Voraussetzungen stattdessen für CAPEX-Maßnahmen eingesetzt werden.
Auch bei den Covenants sucht Accentro zusätzlichen Spielraum. Die Regelungen zum Independent Asset Expert einschließlich des damit verbundenen Kündigungsgrunds sollen bei allen vier Anleihen komplett entfallen. Für drei Bonds würden zudem die Akquisitionsbeschränkungen 2026 teilweise aufgehoben; ab 2027 soll das jährliche zulässige Akquisitionsvolumen auf 50 Mio. EUR steigen. Nicht ausgeschöpfte Beträge könnten in Folgejahre übertragen werden.
Darüber hinaus soll der Tap-Issue-Cap der Super Senior Notes von 15 Mio. EUR auf 30 Mio. EUR verdoppelt werden. Die Gläubiger aller vier Anleihen sollen ferner auf Rechte aus möglichen Verstößen gegen Reporting-Pflichten und Beschränkungen bei Finanzverbindlichkeiten bis Ende 2026 verzichten. Auch Anleiherückkäufe sollen künftig ermöglicht werden.
Für die Reinstated 2026 Senior Notes plant Accentro eine Abstimmung ohne Versammlung nach dem Schuldverschreibungsgesetz. Bei den übrigen drei Anleihen sollen die Änderungen konsensual mit sämtlichen jeweiligen Gläubigern vereinbart werden. Die entsprechende Abstimmungsaufforderung für den 2026er Bond wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.
Accentro Real Estate ist ein Berliner Immobilienunternehmen mit Schwerpunkt auf Wohnimmobilien und Wohnungsprivatisierung. Die nun angestrebten Änderungen würden der Gesellschaft deutlich mehr zeitlichen und finanziellen Spielraum verschaffen – setzen allerdings die erforderliche Zustimmung der jeweiligen Anleihegläubiger voraus.
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