
Bitcoin klettert über 73.000 USD – ETF-Zuflüsse stützen zwar, eine echte Trendwende ist jedoch noch unbestätigt. Von Maximilian Wienke, eToro
Bitcoin zeigte am Mittwoch einen kräftigen Sprung von mehr als 7 %, schloss über der psychologisch wichtigen Marke von 73.000 USD und markierte damit den höchsten Stand seit einem Monat. Nach fünf Monaten leichter Verluste nährt das die Hoffnung, dass die Seitwärtsphase beendet sein könnte. Ein nachhaltiger Trend ist aber noch nicht bestätigt: Der März hat gerade erst begonnen, und kurzfristige Volatilität bleibt hoch.
Die zentrale Unterstützung bei 63.000 USD erwies sich im Februar mehrfach als stabilisierend. Kurzzeitig rutschte der Kurs sogar unter 60.000 USD – ein Warnsignal für Anleger. Nun gilt es, die Zone oberhalb von 70.000 USD zu halten, sowohl psychologisch als auch technisch. Erst eine klare Stabilisierung hier könnte die nächste Etappe Richtung 75. und 83.700 USD eröffnen.
Stützend wirken die Zuflüsse in US-Spot-Bitcoin-ETFs: Seit dem 24. Februar flossen rund 1,7 Mrd. USD institutionelles Kapital in den Markt. Diese Rückkehr der Nachfrage gibt dem Kurs Halt, und ein Teil der jüngsten Dynamik könnte auf einen Short Squeeze zurückzuführen sein – Stop-Loss-Ketten wurden ausgelöst, viele Positionen mussten glattgestellt werden. Kurzfristig wirkt das wie ein Befreiungsschlag, aber ein stabiler Bullenmarkt entsteht so noch nicht.
Der Markt befindet sich in einer Übergangsphase. Ein nachhaltiger Aufwärtstrend benötigt echte Spot-Nachfrage, die breit abgestützt ist. Rallys, die vor allem durch ETF-Flows oder Hebelpositionen getrieben werden, sind anfälliger für Rückschläge. Scheitert Bitcoin an den Widerständen, könnte eine Korrektur folgen. Anleger sollten daher auf Rücksetzer vorbereitet sein.
Makrofaktoren bleiben entscheidend. Eine stabile Erholung würde profitieren von einer Entspannung im Nahen Osten, sinkenden Renditen, einem schwächeren US-Dollar und weiter anhaltenden ETF-Zuflüssen. Trumps krypto-freundliche Rhetorik lieferte zuletzt zusätzliches Momentum. Noch wichtiger ist jedoch die regulatorische Entwicklung: Je schneller konkrete Umsetzungen erfolgen, desto mehr Sicherheit erhalten Marktteilnehmer für breitere Spot-Nachfrage.
Kurzum: Bitcoin kämpft um die Stabilisierung über 70.000 USD. ETF-Zuflüsse stützen kurzfristig, Short Squeeze hat Schwung gebracht, echte Trendwende bleibt aber noch abzuwarten. Anleger sollten vorsichtig bleiben, aber Chancen für weitere Aufwärtsbewegungen sind gegeben.
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