
aap Implantate hat im ersten Halbjahr trotz Belastungen die operative Profitabilität verbessert. Zulassungserfolge und ein starker Juli sorgen für Rückenwind.
Die aap Implantate AG hat im ersten Halbjahr 2026 trotz eines leichten Umsatzrückgangs operativ Fortschritte erzielt. Belastend wirkten vor allem die anhaltenden Ausfälle im Nahen Osten; zugleich konnten die Vertriebs- und Marktentwicklungsmaßnahmen die Dynamik in anderen Regionen stärken. Im Juli wurde der Umsatzrückstand gegenüber dem Vorjahr bereits aufgeholt und übertroffen.
Auch auf der Ertragsseite ging es voran: Eine höhere Bruttomarge und eine optimierte Kostenstruktur führten zu einem geringeren EBITDA-Verlust. Der operative Cashflow näherte sich zudem der Null-Linie.
Regional blieb EMEA mit einem Umsatzanteil von 50% das Fundament des Geschäfts. In den von Konflikten betroffenen Märkten gingen die Auftragseingänge um 72% zurück. Spanien und Portugal wuchsen dagegen jeweils um mehr als 30%, Deutschland um 3%.
Auch regulatorisch wurden wichtige Meilensteine erreicht. Dazu zählt die FDA-Zulassung des LOQTEQ VA Proximal Humerus-Systems sowie die erfolgreiche Markteinführung des ersten vollständig MDR-zertifizierten Neuprodukts. Nach Abschluss der MDR-Zertifizierung kann sich die F&E-Abteilung wieder stärker auf die Entwicklung neuer Produkte und Technologien konzentrieren.
Im Bereich der antibakteriellen Silberimplantat-Technologie sollen die Ergebnisse der klinischen Humanstudie im vierten Quartal zur Veröffentlichung eingereicht werden. Parallel arbeitet aap an der regulatorischen Zulassung als MDR-Klasse-III-Kombinationsprodukt.
Die Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebs wurde durch Gesellschafterdarlehen unterstützt. Für den weiteren Ausbau des profitablen Trauma-Geschäfts und zur Beschleunigung des Umsatzwachstums prüfe aap zudem verschiedene Kapitalmaßnahmen. Konkrete Maßnahmen sollen zu gegebener Zeit und unter Beachtung der kapitalmarktrechtlichen Vorgaben bekannt gegeben werden.
Für das zweite Halbjahr sehe sich aap gut aufgestellt. Dynamik in Nordamerika, neue Produkte und ein Rekordauftragseingang im Juli bilden nach Unternehmensangaben eine solide Basis. Die Prognose wird bestätigt: Der Vorstand erwartet weiterhin ein Ergebnis im mittleren Bereich der veröffentlichten Prognosespanne.
aap Implantate ist ein global tätiges Medizintechnikunternehmen mit Sitz in Berlin und entwickelt, produziert und vermarktet Produkte für die Traumatologie. Zum Portfolio gehören unter anderem das anatomische Plattensystem LOQTEQ sowie Lochschrauben und die Innovationspipeline rund um die antibakterielle Silberbeschichtungstechnologie. Die Aktie ist im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert.
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