
Da schlägt’s doch glatt 13: Über 7% Plus im Musterdepot seit Jahresbeginn. Die Refokussierung auf solide Kerntitel wird sich 2024 bezahlt machen. Und hat es schon.
>> Hier geht es zum aktuellen Musterdepot-Beitrag im BondGuide #11-2024 (31.05.2024).
Jedenfalls war es genau so angedacht. Spekulationen wie mit Terragon, Eyemaxx oder Cardea mögen ihren Charme gehabt haben, aber unter dem Strich kosten sie doch nur Geld. Und Nerven. Dieses Kapitel ist beendet.
BeA Behrens wie auch Eyemaxx VIII nehmen noch eine kleine Sonderstellung ein. Bei Behrens warten wir auf die finale Ausschüttung aus der Verwertung. Sofern alles nach Plan läuft – selbst, wenn nicht – hat die Position trotz Insolvenz eine Woche vor Rückzahlungstermin Ende 2020 nur einen verkraftbaren Verlust von weniger als 20% beschert. 20% sind kein Wunschergebnis, aber fünffach besser als Totalpleite Euroboden.
Bei Eyemaxx indes warten wir den schlussendlichen Schiedsspruch ab, ob diese Anleihe nun besichert war oder nicht. Mit Sicherheit wird der so oder so nochmals angefochten. Im Kern geht es um die Frage, ob die Immobilien aus der ‚Besicherung‘ exklusiv den Ansprüchen von Anleihegläubigern der Eyemaxx VIII zustehen oder sich in die Gesamtverwertung einzureihen haben, mithin allen Anleihegläubigern zugerechnet werden müssen. Im letzteren Fall steht der Kurs richtig da, wo er sich befindet; falls nicht, müsste er über 50% notieren. Den Ausgang gönnen wir uns noch.
Zu den auffälligsten (und erfreulichsten) Entwicklungen der vergangenen Wochen zählt, dass der reconcept Green Bond II wieder bei pari steht. Die Frage ist sicherlich, warum er das nicht sollte. Dann wäre jedoch die vorgelagerte Frage, weshalb er zwischenzeitlich mal auf 75% durchgereicht worden war. Vielleicht die gefühlt durchgängig mauen News der Photon Energy. Deren Bond kommt von 60% nicht erkennbar hoch.
Die neue Karlsberg ist seit nunmehr fünf Wochen im Depot – und der Kurs steht in Kürze bei 105%. Jeder, der Skrupel hatte, bei 102,xx% am ersten Handelstag die bei der Zeichnung nicht erhaltenen Stücke nachzukaufen, wird einsehen müssen, dass die ersten Kurse noch die günstigsten waren. Das Musterdepot hatte deshalb auch ohne Rücksicht auf Mensch und Material unlimitiert zum Handelsstart die säumigen Stücke dorthin nachbeordert, wo sie hingehören.
Bei Mutares, Katjes, Underberg und der DEAG mussten wir es schon ebenso halten. Geht nicht anders, wenn diese Qualitätstitel überzeichnet sind. Die Zuteilung für Privatanleger bei der Zeichnung war bei Karlsberg freilich besonders unerfreulich. Beim nächsten turnusmäßigen Gespräch mit Firmenchef Christian Weber werde ich mein Körpergewicht aufgewogen in Worten in die Waagschale werfen hinsichtlich der eklatanten Minderberücksichtigung von Retailanlegern. Wie ich schon mal beschrieb: Die Zuteilung nimmt normalerweise die involvierte Bank vor. Aber der Emittent könnte, wenn er wollte, die Hand und/oder Stimme erheben. Soweit mir bekannt, macht Katjes das so, um seine vielen treuen Privatanleger bei Stange und Laune zu halten.
Und deren Laune dürfte weiterhin gut sein. Die Katjes-Emission war vor 37 Wochen etwas mehr als 2/3 eines Jahres. Rendite trotz ‚teurem‘ Nachkauf bisher: 10,5%. Mutares hatte immerhin schon 63 Wochen, aber das sind gleich mal +19%. Ich schätze, dass Karlsberg trotz nur 6,0% Kupon ebenfalls auf eine Jahresrendite Richtung Zweistelligkeit zulaufen wird. Knapp 105% wird nicht das Allzeithoch dieser Anleihe bleiben.
Ausblick
Wenn es ordentlich läuft, sollte man nicht ins System eingreifen. Unser Core-Portfolio steht mit den beschriebenen Anleihen. Konstante Kurse unterstellt rechnet uns unsere Verformelung in Excel eine Jahresrendite im Kalenderjahr von ca. 11% aus. Es wäre das drittbeste Ergebnis seit formeller Existenz der KMU-Anleihemärkte. Ein Jahresergebnis, das ich sofort unterschreiben könnte.
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