Krypto-Hype: klassische Finanzinstitute schauen von Seitenlinie zu

Foto @ Boersen-Parkett.de

Der Bitcoin-Kurs ist über die psychologisch wichtige Marke von 100.000 USD gesprungen – und die Bürger strömen in die Bankfilialen, um BTC zu kaufen? Fehlanzeige. Nach wie vor profitieren nicht die klassischen Finanzinstitute, sondern vor allem Neobroker und Krypto-Börsen vom anhaltenden Hype.

Damit verpassen die Banken erneut eine goldene Gelegenheit. Wie lukrativ das Geschäft mit Bitcoin, Ethereum & Co. ist, zeigt ein Blick in die Vereinigten Staaten. Dort gehören Krypto-Unternehmen mittlerweile zu den bedeutendsten Geldgebern im politischen Wahlkampf. Coinbase investierte beispielsweise 50,5 Mio. USD in politische Kampagnen, während Ripple 49 Mio. USD bereitstellte. Sie haben die Ressourcen und den Willen, politischen Einfluss zu nehmen.

Auch in Deutschland zeigt sich das Potenzial: Bei Neobrokern wie Justtrade machen Krypto-Trades inzwischen 10 bis 15% des gesamten Handelsvolumens aus – nur geringfügig weniger als ETFs. Warum große Banken, abgesehen von einigen Pilotprojekten, Privatanlegern nicht längst den Kauf von Bitcoin & Co. ermöglichen, bleibt rätselhaft. Besonders vor dem Hintergrund von Umfragedaten: Rund 40% der deutschen Anleger geben an, ihre Bank oder ihren Broker wechseln zu wollen, falls keine Krypto-Angebote verfügbar sind.

Während Neobroker und spezialisierte Krypto-Plattformen das Vertrauen der Anleger gewinnen, kämpfen traditionelle Banken mit Innovationshemmnissen und regulatorischen Hürden. Die Folge: Immer mehr Anleger kehren klassischen Geldinstituten den Rücken und setzen auf moderne Finanzdienstleister, die nicht nur Kryptowährungen, sondern auch intuitive Apps, niedrige Gebühren und attraktive Renditen bieten. Banken könnten durch ihre Zurückhaltung eine ganze Generation von Investoren verlieren – und damit wertvolle Marktanteile.

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