
Am Freitag findet die überaus wichtige 2te AGV der Huber Automotive statt. Mit dem Gegenantrag der SdK hat der Emittent große Bauchschmerzen.
Im Kern gleichen Antrag des Emittenten und Gegenantrag u.a. der SdK dem Henne-Ei-Problem: Die SdK möchte die abgelaufene Huber-Anleihe nicht ohne weitere Informationen, namentlich Jahresabschlüssen, verlängert sehen – demgegenüber könne Huber Automotive keine testierten Abschlüsse beibringen, ohne dass das ‚Anleihe-Thema‘ für die Wirtschaftsprüfer aus dem Weg geräumt sei.
Diametraler könnte man sich also kaum gegenüberstehen. Infolgedessen hängt Huber Automotive in einer für alle Stakeholder unglücklichen Schwebephase.
Konkret (und vereinfacht ausgedrückt): Ein testierter Jahresabschluss braucht einen Vorausblick von 12-18 Monaten (‚Going Concern‘). Steht z.B. die Fälligkeit / Refinanzierung einer Anleihe in diesem Zeitraum an, verleiht kein WP sein Testat ohne Lösung. In dieser Situation befindet sich Huber.
Konsequenz: Die Anleiheverlängerung müsse her, dann gebe es testierte Jahresabschlüsse. So herum. Der Emittent führt ferner an, dass weder ein Eigenkapitalinvestor noch ein Kreditgeber ein Engagement in Erwägung zögen, solange das Anleihethema eben nicht geklärt sei. Daher: die Prolongation jetzt, Detailarbeiten im Anschluss.
Der Emittent hat auch Kreditversicherer, Lieferanten und Auftraggeber im Blick: Hier gelte im Prinzip dasselbe. Produktionsstillstand, kein Neugeschäft etc. wären die Folge ohne zeitnahe Lösung des Knotens. Nicht zu vergessen, dass sicherlich auch Mitarbeiter:innen in dieser Schwebephase den Absprung angehen würden.
Huber Automotive weist mit Nachdruck darauf hin, dass die selbst entwickelten Produkte – Bilanzposition: immaterielle Vermögensgegenstände – einzig dann einen Wert haben und heben, wenn man diese Produkte (wie geplant) auch herstellen, vermarkten und vertreiben könne. Keinem Investor könne an einer Gefährdung gelegen sein.
Der Vorstand lädt alle, die sich dezidierter mit dem aktuellen Status beschäftigen möchten, zur Präsenzveranstaltung am Freitag nach Mühlhausen (irgendwo Nähe Ulm) ein, wo auch natürlich der Vorstand selbst Rede und Antwort stehe. Wenigstens Stuttgart als nächstgelegener Börsenplatz und nächste Großstadt hätte indes Entgegenkommen des Emittenten hinsichtlich Erreichbarkeit zeigen können.
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