Bitcoin dominiert, aber Altcoins könnten nachziehen

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Bitcoin behauptet seine Dominanz, während die jüngste Erholung bei Altcoins vor allem von regulatorischen Impulsen und der wachsenden Bedeutung programmierbarer Zahlungsinfrastruktur getragen wurde. Ob daraus eine nachhaltige Altcoin-Rally wird, ist jedoch offen. Ein Marktkommentar von CoinShares’ Senior Portfolio Manager, Marc des Ligneris:

Bitcoin bleibt das strukturelle Schwergewicht
Trotz einer leichten Konsolidierung liegt die Bitcoin-Dominanz mit rund 58 bis 59% weiterhin auf einem hohen Niveau. Zwar ist sie damit deutlich vom Höchststand zur Jahresmitte 2025 entfernt, bewegt sich aber noch immer klar über den Tiefs aus den Jahren 2022 und 2023.

Ein ähnliches Bild zeigt der Drei-Monats-Altseason-Index. Er lag über weite Strecken unter der neutralen Marke von 50 und hat zunehmend Schwierigkeiten, sich oberhalb von 75 zu halten. Erst ab diesem Niveau wäre üblicherweise von einer echten Altseason auszugehen – begleitet von einem spürbaren Rückgang der Bitcoin-Dominanz.

Seit 2023 hat der Markt damit keinen klaren Regimewechsel erlebt. Stattdessen folgten aufeinander mehrere kurze Phasen erhöhter Risikobereitschaft für Altcoins, die bislang nicht von Dauer waren.

Erholung trotz politischer Rückschläge
Die Erholung der vergangenen Woche ist vor diesem Hintergrund bemerkenswert. Zuvor hatten zwei Faktoren den Markt potenziell belastet: Der CLARITY Act, der Teile des Altcoin-Marktes unter die vergleichsweise offenere Aufsicht der US-Derivateaufsicht CFTC gestellt hätte, scheiterte am 15. September im Senat. Einen Tag später folgte der Zinsentscheid der US-Notenbank.

Trotz dieser potenziell negativen Signale zog der Markt deutlich an. Der entscheidendere Impuls kam offenbar von den Aufsichtsbehörden selbst. Die von der US-Börsenaufsicht SEC angekündigte Innovation Exemption sowie der von der CFTC vorgelegte Rahmen deuten darauf hin, dass regulatorische Klarheit auch auf administrativem Weg voranschreiten könnte – selbst wenn der politische Prozess im Kongress stockt.

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Die Infrastruktur für die agentische Ökonomie entsteht
Parallel dazu zeichnen sich die Grundlagen einer sogenannten agentischen Ökonomie ab. Wenn autonome Maschinen künftig eigenständig miteinander handeln und Dienstleistungen abrechnen sollen, benötigen sie eine Zahlungsinfrastruktur, die für Maschinen ausgelegt ist.

Das spricht für programmierbares Geld – insbesondere in Form von Stablecoins. Sie könnten die operative Abwicklung automatisierter Transaktionen ermöglichen und damit über den Finanzmarkt hinaus an Bedeutung gewinnen.

Marc des Ligneris, CoinShares

Zwischen strukturellem Wandel und kurzfristigem Momentum
Ob die aktuellen Entwicklungen den Beginn einer breiteren Altseason markieren oder lediglich einen weiteren, zeitlich begrenzten Schub bei Altcoins auslösen, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Regulatorische Fortschritte und neue Anwendungsfälle für programmierbares Geld schaffen ein Umfeld, in dem sich die Bewertung einzelner Blockchain-Netzwerke künftig stärker von kurzfristiger Spekulation lösen könnte.

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