
Circus beschleunigt im ersten Quartal den Übergang zur Serienproduktion, expandiert im Verteidigungssektor und baut seine KI-Plattform aus.
Die Circus SE hat im ersten Quartal 2026 einen deutlichen operativen Schritt nach vorn gemacht. Das Unternehmen verlässt zunehmend die Forschungs- und Entwicklungsphase und bewegt sich in Richtung skalierbarer Serienauslieferung seiner KI-Robotiklösungen.
Im Zentrum steht der CA-1 KI-Roboter, dessen vierte Generation nun bei Kunden im Einsatz sei. Insgesamt befinden sich aktuell 17 Systeme in Betrieb oder Integration – verteilt auf Verteidigung, Handel und Industrie. Parallel dazu konnte die technische Stabilität deutlich verbessert werden: Die Systemverfügbarkeit (Uptime) stieg innerhalb weniger Wochen von rund 70 auf über 90%.
Auch operativ zeigt sich Fortschritt: Der manuelle Aufwand pro System konnte signifikant reduziert werden – auf etwa 90 Minuten täglich bei gleichzeitig hoher Produktionsleistung. Für Kunden bedeutet das spürbare Kosteneinsparungen und verbessert die Wirtschaftlichkeit der Systeme.
Besonders dynamisch entwickelt sich das Verteidigungssegment. Circus habe seine Technologie erstmals bei der Bundeswehr implementiert und zusätzliche Aufträge gewonnen, darunter aus Litauen. Darüber hinaus führt das Unternehmen Gespräche mit mehr als zehn NATO-Staaten und arbeitet an Lösungen zur Versorgung von ukrainischen Soldaten. Der Bereich solle bereits ab 2026 einen wachsenden Anteil am Umsatz stellen.
Technologisch setzt Circus auf eine eigene KI-Plattform, die auf umfangreichen Betriebsdaten basiert. Mehr als 45.000 Stunden an Systemdaten fließen in die Weiterentwicklung ein. Ergänzt wird dies durch neue Operator-Guidance-Systeme sowie eine vertiefte Zusammenarbeit mit Meta, um die Software als skalierbare Plattform mit API-Anbindung auszubauen.
Strategisch erweitert Circus sein Portfolio durch die Übernahme des belgischen Robotikunternehmens Alberts. Damit ergänze das Unternehmen sein Angebot um kompakte Systeme und stärkt den Ansatz eines diversifizierten ‚House of Sustainment Autonomy‘. Alberts ist bereits international aktiv und bringt bestehende Kunden wie Danone, Decathlon und Sodexo ein.
Auf der Produktionsseite zeigt sich ebenfalls Fortschritt: In Kooperation mit Celestica wurde die Kapazität um 60% erhöht und die Produktionszeit halbiert. Perspektivisch strebt Circus eine Jahreskapazität von 1.000 Einheiten an – ohne größere zusätzliche Infrastrukturinvestitionen.
Auch vertriebsseitig setzt das Unternehmen auf Skalierung: Neue Leasingmodelle senken die Einstiegshürden für Kunden und verkürzen die Verkaufszyklen deutlich. Ergänzend dazu nutzt Circus den Kapitalmarkt, unter anderem über eine Anleihe in Zusammenarbeit mit FINEXITY, um weiteres Wachstum zu finanzieren.
Unterm Strich zeigt sich: Circus entwickelt sich vom Technologieanbieter zum industriell skalierbaren Plattformunternehmen – mit wachsender Relevanz in zivilen und militärischen Anwendungen.
Die Circus SE mit Sitz in München entwickelt KI-basierte Robotiklösungen für autonome Versorgungssysteme und adressiert sowohl kommerzielle als auch sicherheitsrelevante Einsatzbereiche.
Fotos: @ Circus SE
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