
Der deutsche sog. Krisenbonus wird ausgeweitet – der BdSt warnt vor zusätzlicher Belastung für Betriebe und kritisiert politische Verantwortung.
Die Debatte um den Krisenbonus nimmt an Schärfe zu. Nachdem bereits Prämien von bis zu 1.000 EUR für Arbeitnehmer diskutiert werden, fordern nun auch Teile des Öffentlichen Dienstes entsprechende Anteile am Kuchen. Für den Bund der Steuerzahler Deutschland geht das deutlich zu weit.
BdSt-Präsident Reiner Holznagel kritisiert vor allem die Konstruktion der Maßnahme: Der Krisenbonus werde politisch als Entlastung verkauft, die tatsächliche Finanzierung jedoch auf die Arbeitgeber abgewälzt. Damit entstehe ein Ungleichgewicht – der Staat profiliere sich, während Unternehmen die Kosten tragen müssten.
Besonders problematisch sei dies für kleine und mittlere Betriebe. Gerade Handwerk, Logistik oder Bäckereien stünden durch hohe Energiepreise und schwache Nachfrage ohnehin unter Druck. In vielen Fällen sei unklar, wie zusätzliche Lohnkosten überhaupt gestemmt werden könnten.
Der BdSt spricht daher von einem ‚Versprechen zulasten Dritter‘. Unternehmen würden faktisch verpflichtet, freiwillige Leistungen zu erbringen – unabhängig von ihrer eigenen wirtschaftlichen Lage. Ein solcher Ansatz sei weder planbar noch wirtschaftlich tragfähig.
Die Ausweitung auf den Öffentlichen Dienst würde die Problematik weiter verschärfen. Hier stellt sich zusätzlich die Frage, inwieweit der Staat selbst bereit ist, entsprechende Zahlungen aus Haushaltsmitteln zu leisten – oder ob auch hier indirekt die Steuerzahler belastet werden.
Fazit
Der Krisenbonus entwickelt sich zunehmend zum politischen Streitpunkt. Während die Entlastungswirkung unbestritten ist, bleibt die Frage der Finanzierung ungelöst – insbesondere für die Privatwirtschaft.
Der Bund der Steuerzahler Deutschland (BdSt) ist ein unabhängiger Interessenverband mit rund 200.000 Mitgliedern und setzt sich seit 1949 für einen effizienten und verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern ein.
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