Gerresheimer: Gläubiger geben Luft – Covenant-Waiver stabilisiert Finanzierung

Gerresheimer sichert sich die Unterstützung seiner Kreditgeber. Fristen und Covenants werden gelockert, die Finanzierung bleibt stabil.

Die Gerresheimer AG gewinnt im laufenden Untersuchungsprozess zusätzlichen finanziellen Spielraum. Kreditgeber und Banken stimmen einer Fristverlängerung für den testierten Jahres- und Konzernabschluss 2025 bis zum 30. September 2026 zu. Somit stabilisiert das Unternehmen gezielt seine kurzfristige Finanzierungssituation.

Konkret unterstützen die Schuldschein-Gläubiger die Maßnahme mit einer Quote von 96% eines Gesamtvolumens von 870 Mio. EUR. Gleichzeitig einigt sich Gerresheimer mit seinen Banken auf verlängerte Kreditlinien. Zudem setzt das Unternehmen zentrale Covenants zum Verschuldungsgrad bis einschließlich des dritten Quartals 2026 aus. Dadurch sinkt der Druck auf die Finanzkennzahlen deutlich. Gleichzeitig entlastet dieser Schritt die Bilanz, insbesondere vor dem Hintergrund der laufenden Untersuchungen zu Geschäftsvorgängen aus den Jahren 2024 und 2025.

Für den Kapitalmarkt ergibt sich damit ein klares Signal. Einerseits entschärft Gerresheimer ein mögliches Covenant-Bruch-Szenario. Andererseits zeigt die breite Zustimmung der Gläubiger, dass das Vertrauen in die operative Substanz bestehen bleibt. Dadurch reduziert sich kurzfristig das Risiko von Refinanzierungsengpässen und bilanziellen Stresssituationen.

Gerresheimer

Gläubiger halten still: Gerresheimer gewinnt Zeit und stabilisiert seine Kapitalstruktur.

Parallel treibt Gerresheimer strategische Maßnahmen zur Stärkung der Kapitalstruktur voran. So läuft der Verkaufsprozess der US-Tochter Centor Inc. planmäßig. Zudem signalisiert eine zweistellige Anzahl potenzieller Käufer konkretes Interesse. Dadurch steigen die Chancen auf einen erfolgreichen Abschluss noch im laufenden Jahr. Gleichzeitig soll die Transaktion die Verschuldung gezielt reduzieren.

Operativ entwickelt sich das Geschäft stabil. Die Entwicklung im Jahr 2026 liegt im Rahmen der Erwartungen. Zudem beschreibt das Unternehmen die Auftragslage als solide. Gleichzeitig plant Gerresheimer, den testierten Abschluss bereits im Juni 2026 vorzulegen. Dadurch würde die Veröffentlichung deutlich vor Ablauf der verlängerten Frist erfolgen.

Für Investoren ergibt sich ein zweigeteiltes Bild. Kurzfristig sorgt der Covenant-Waiver für Entlastung und Stabilität. Gleichzeitig bleibt mittelfristig entscheidend, ob Gerresheimer die offenen Themen zügig abschließt. Zudem muss das Unternehmen die geplante Bilanzverbesserung konsequent umsetzen.

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