
Könnte kaum besser laufen im BondGuide Musterdepot: UBM neu im Depot, DEAG umgetauscht – beide schon im Plus. Nicht auf dem Schirm hatten wir die neue Anleihe der Deutschen Rohstoff AG.
>> aus BondGuide #22-2025 vom 31. Oktober <<
Aber der Reihe nach. Bei der DEAG hatten wir via Umtausch ja eine Vollzuteilung. Neuzeichner kamen nicht in diesen Genuss und mussten im Zweifel am ersten oder in den ersten Handelstagen nachkaufen, um auf die gewünschte Stückzahl zu kommen. Sie sind in guter Gesellschaft: Auch wir mussten so vorgehen bei Katjes, Underberg, Karlsberg und Werder Bremen.
Ein Nachkauf gleich am ersten Handelstag ist bei einer gut nachgefragten oder besser noch überzeichneten Anleiheemission ein saurer Drops, den man schlucken muss: Anderen geht es auch nicht besser. Nur bei Werder haben wir im Nachkauf etwas mehr bezahlt als den aktuellen Kurs.
Die neue UBM Development 2025/30 steht bereits bei 102% und die DEAG ist auf bestem Wege dahin.
Mit 98% sind wir jetzt aber mal so richtig investiert. Überhaupt nicht kommt uns die plötzliche Refinanzierungsanleihe der Mannheimer Deutsche Rohstoff AG gelegen: Wir haben schlicht keinen Spielraum mehr. Allerdings hatten wir schon die bestehende Anleihe der DRAG nicht im Depot, und die mutierte zu einer der erfolgreichsten KMU-Anleihen überhaupt.
Die Zeichnungsfrist lief kaum drei Tage, da meldete die DRAG schon, dass eine vorzeitige Schließung des öffentlichen Angebots Anfang kommender Woche wahrscheinlich sei – das Zielvolumen wäre bereits erreicht. Mit einer erheblichen Überzeichnung ist also zu rechnen. Das bedeutet einerseits, dass man jetzt zeitnah handeln sollte; und andererseits, dass sicherlich Kursgewinne herausspringen dürften. Aber: Eine Vollzuteilung wird es höchstens bis zu einer kläglich niedrigen Summe geben. Den Rest muss man – wie geschildert – flugs über den Börsenhandel bewerkstelligen. Auch wir haben das vor.
Wie geht das? Dazu muss erneut Cash her. Wir haben hin und her überlegt und schließlich Folgendes beschlossen: Unsere Position in Werder Bremen reduzieren wir noch am heutigen Freitag um ein Drittel auf 10.000 Nominale. Ferner Underberg ebenfalls um ein Drittel auf 10.000 Nominale. Das generiert in Summe über 10 TEUR an freier Liquidität für eine Zeichnung der neuen DRAG-Anleihe, zusammen mit dem vorhandenen Cashbestand von etwas über 3 TEUR.
Für 13 TEUR können wir also zeichnen. Der Plan ist so: Wir zeichnen für 13 TEUR und erhalten sicherlich nur einen kleinen Teil davon. Auf 10.000 Nominale kaufen wir am ersten Handelstag DRAG 2025/30 nach. Die Differenz bleibt freie Liquidität.
Vielleicht gefällt jemandem die neue Anleihe des FC Schalke 04 besser als die der DRAG? Zwar aus ganz anderen Gründen, aber auch S04 halten wir für eine 5-Sterne-Bewertung. Nicht wegen der tollen Zahlen. Nicht wegen der Champions League. Nicht wegen des DFB-Pokals. Schalke hat in Deutschland die zweit- oder drittgrößte Fanbasis, selbst in der 2ten Bundesliga fast durchweg ausverkaufte Hütte (und viele Plätze im Übrigen) und diese Fußballbegeisterten werden es m.E. schon richten. Einen solchen Enthusiasmus hatte Werder nicht und deren Anleihe steht nach knapp einem halben Jahr auch immerhin bei 103,5%. Da wird die neue Schalke-Anleihe ja wohl locker 105% an Land ziehen.
Wir machen dies nicht mit, da wir schon Werder im Depot haben. Wer weder Werder noch Hertha BSC Berlin oder Borussia Dortmund im Depot hat –, der darf sicherlich bei Schalke beherzt zupacken – Fan oder Nicht-Fan von Königsblau hin oder her. BondGuide ist auch nicht Werder-Bremen-Fan.
Ausblick
Anderweitige News zu unseren bestehenden Positionen entnehmen Sie bitte ausnahmsweise bzw. wie gewohnt der laufenden Berichterstattung auf bondguide.de – in dieser Ausgabe fehlt uns leider der weitere Platz dafür. Wir haben jetzt so etwas wie unsere Wunschaufstellung erreicht: UBM wie auch die DRAG hatten wir in der Vergangenheit leider stets verpasst. Mal war es zu wenig Liquidität, mal hatten wir die Emission unterschätzt – oder gar beides. Daher auch dieses Mal die hastige Cash-Generierung.
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