
Manche Beobachter sehen die Veröffentlichung von DeepSeek als Chinas Sputnik-Moment für das Ökosystem der künstlichen Intelligenz. Von Denize Laurent, Co-CIO von ODDO BHF
So steht das Jahr 1957 Pate, in dem die Sowjetunion mit dem Start des Sputnik-Satelliten aller Welt ihren Vorsprung gegenüber den USA beim Wettlauf ins All vor Augen führte.
Doch ist dieser Vergleich treffend? Dem KI-Modell aus China folgte eine Korrektur an den Finanzmärkten. Denn die zuletzt veröffentlichten Sprachmodelle DeepSeek-V3 und DeepSeek-R1 arbeiten effizienter als amerikanische Konkurrenten. Beide basieren auf innovativen Modellarchitekturen, die eine mit aktuellen Spitzenmodellen vergleichbare Leistung erzielen, wobei das Training der Modelle deutlich kostengünstiger ist. Das Risiko besteht darin, dass effizienteres Modelltraining und kostengünstigere Rechenoperationen die Investitionen in KI- Infrastruktur senken und die steile Wachstumsrate im KI-Bereich, insbesondere in den USA, bremsen könnten. So könnte sich die Wettbewerbslandschaft mittelfristig neu ordnen.
Produktivitätsschub erwartbar
Es wäre möglich, dass sich KI schneller und umfassender positiv auf die Weltwirtschaft auswirken könnte. Ein hilfreicher Nebeneffekt ist, dass die durch eine stärkere Verbreitung sinkenden KI-Kosten deflationär auf die Weltwirtschaft wirken. So könnten sinkende Kosten für die Nutzung zu höherer Produktivität und Gewinnmargen bei KI-Unternehmen weltweit führen, womöglich auf Kosten von derzeit führenden Technologieunternehmen. Auf mikroökonomischer Ebene erwartet er, dass die allmählich sinkenden Kosten für die Einführung von KI den Produktivitätszyklus beschleunigen, was sich positiv auf die Gewinnmargen auswirken dÃ…
