
Trump 2.0 und Xi suchen in Peking vor allem Stabilität – Märkte hoffen auf weniger Eskalation im Handels- und Technologiestreit.
Das bevorstehende Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping in Peking dürfte zwar kaum historische Dimensionen wie einst Nixon oder Deng Xiaoping erreichen – an den Märkten gilt der Gipfel dennoch als eines der wichtigsten geopolitischen Ereignisse des Jahres. Vor allem Investoren hoffen auf eines: keine weitere Eskalation.
Violeta Todorova, Senior Analyst bei Leverage Shares und Income Shares, verweist auf die fragile Gemengelage: schwaches Wachstum in China, geopolitische Spannungen im Nahen Osten, anhaltende Zollrisiken sowie der verschärfte Wettlauf um KI und Halbleiter belasteten die Weltwirtschaft gleichermaßen.
Im Mittelpunkt des Treffens steht dabei weniger ein echter Neustart der Beziehungen als vielmehr die Verwaltung der Rivalität zwischen den beiden Supermächten. Nach der Zoll-Eskalation 2025 mit US-Strafzöllen von teils über 100% und chinesischen Exportbeschränkungen bei Seltenen Erden sei beiden Seiten klar geworden, wie groß die Schäden für globale Lieferketten und Industriezyklen werden können.
Für Trump dürfte das Treffen vor allem innenpolitisch relevant sein. Zusätzliche chinesische Käufe von US-Agrarprodukten wie Sojabohnen oder Rindfleisch würden insbesondere republikanisch geprägten Bundesstaaten helfen. Xi Jinping wiederum braucht Stabilität angesichts schwacher Inlandsnachfrage, Problemen am Immobilienmarkt und einer insgesamt verlangsamten Konjunktur in China.
Besonders sensibel bleibt das Thema Taiwan. Schon kleine Veränderungen im diplomatischen Wording könnten erhebliche Marktreaktionen auslösen. Anleger dürften deshalb jede Formulierung genau analysieren – insbesondere mit Blick auf mögliche Signale zur künftigen US-Haltung gegenüber Taiwans Unabhängigkeit.
Gleichzeitig entwickelt sich der Konflikt um KI, Chips und technologische Dominanz zunehmend zum eigentlichen Kern der US-chinesischen Rivalität. Während Washington Exportbeschränkungen für Hochleistungschips teilweise gelockert habe, arbeite China weiter intensiv an eigenen Alternativen. Unternehmen wie Nvidia, Apple oder Boeing verfolgen die Gespräche daher mit besonderer Aufmerksamkeit.
Hinzu kommt Chinas dominante Rolle bei der Verarbeitung Seltener Erden. Rund 90% der weltweiten Raffineriekapazitäten liegen in chinesischer Hand – ein strategischer Hebel, der für Industrien von Elektromobilität bis Verteidigungstechnologie entscheidend bleibt.

Mit einem ähnlichen Auftritt wie hier von der AI interpretiert wird Trump in China sicherlich niemanden beeindrucken
Erschwert wird die Lage zusätzlich durch den Konflikt mit dem Iran. China agiert dort zugleich als wichtiger Ölabnehmer und möglicher Vermittler. Steigende Energiepreise erhöhen den Druck auf die ohnehin fragile Weltwirtschaft zusätzlich.
Unterm Strich erwarten die Märkte daher keinen geopolitischen Durchbruch, sondern schlicht Berechenbarkeit. Ein stabiler Zollrahmen, offene Kommunikationskanäle und weniger aggressive Rhetorik könnten bereits ausreichen, um die Nervosität der Anleger spürbar zu reduzieren.
Leverage Shares zählt zu den größten europäischen Emittenten von gehebelten ETPs auf Einzelaktien, Indizes und Rohstoffe. Das Unternehmen bietet sowohl Long- als auch Short-Produkte für taktische Marktpositionierungen an.
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