
TAG Immobilien steigert FFO I und FFO II deutlich. Der ROBYG-IPO stärkt die Bilanz und drückt den pro-forma LTV auf rund 42,2%.
Die TAG Immobilien AG hat im ersten Halbjahr 2026 operativ deutlich zugelegt. Das Vermietungsgeschäft in Deutschland und Polen entwickelte sich positiv, während der Börsengang der polnischen Tochter ROBYG zusätzlich Kapital für weiteres Wachstum freisetzte. Der FFO I stieg um 9% auf 100,2 Mio. EUR. Für das Gesamtjahr erwartet TAG die Kennzahl nun am oberen Ende der bisherigen Prognosespanne.
Im Vermietungsgeschäft legte das EBITDA um 5% auf 132,2 Mio. EUR zu. Das like-for-like Mietwachstum einschließlich Leerstandsabbau betrug in Deutschland 3,0% und in Polen 2,4%. Gleichzeitig blieben die Leerstände vergleichsweise niedrig: Bei den deutschen Wohneinheiten lag die Quote bei 3,8%, in Polen bei 2,1% für Wohnungen, die sich seit mindestens einem Jahr in der Vermietung befinden.
Zusätzlichen Schub erhält das polnische Geschäft durch den Erwerb des R4R-Portfolios. TAG übernahm rund 5.300 neu gebaute Mietwohnungen zu einem finalen Kaufpreis von rund 575 Mio. EUR. Nach der Erstbewertung zum 30. Juni 2026 lag der Buchwert bei rund 611 Mio. EUR – ein Wertzuwachs von rund 7%. Damit wächst das polnische Mietwohnungsportfolio auf rund 9.100 Wohnungen.
Auch das polnische Verkaufsgeschäft entwickelte sich positiv. TAG verkaufte im ersten Halbjahr 1.350 Wohnungen, nach 1.158 Einheiten im Vorjahreszeitraum. Das Verkaufsergebnis stieg dadurch um 12% auf 18,6 Mio. EUR. Zusammen mit dem Vermietungsergebnis erhöhte sich der FFO II um 11% auf 118,6 Mio. EUR.
ROBYG-IPO stärkt Bilanz
Für den Kapitalmarkt besonders interessant ist der erfolgreiche ROBYG-Börsengang im Juni und Juli. Durch den Verkauf eines Teils der TAG-Beteiligung sowie Kapitalerhöhungen auf Ebene von ROBYG flossen dem Konzern insgesamt rund 282 Mio. EUR brutto zu. Davon entfielen rund 188 Mio. EUR auf TAG und rund 94 Mio. EUR auf ROBYG. TAG bleibt nach der Transaktion mit 67,1% Mehrheitsaktionärin.
Das freigesetzte Kapital soll unter anderem in weitere Mietwohnungsbestände in Deutschland und Polen investiert werden. Gleichzeitig erwartet TAG aus dem Verkauf der ROBYG-Aktien einen positiven Effekt auf den EPRA NTA von rund 55 Mio. EUR beziehungsweise etwa 0,30 EUR je Aktie. Der LTV des Konzerns soll durch den gesamten Mittelzufluss aus dem IPO um rund 3,2 Prozentpunkte sinken. Pro forma liegt die Kennzahl damit bei etwa 42,2%.
Die operative Entwicklung wird zudem von positiven Immobilienbewertungen unterstützt. Das deutsche Portfolio legte im ersten Halbjahr um rund 1,5% an Wert zu. Der EPRA NTA je Aktie erhöhte sich auf 21,38 EUR und lag damit 6% über dem Vorjahreswert.
Für Anleiheinvestoren ist damit vor allem die Kombination aus steigendem Vermietungsergebnis, zusätzlichem Kapital durch den ROBYG-IPO und sinkender pro-forma Verschuldung relevant. TAG bestätigt zugleich seine Prognosen für 2026 und erwartet den FFO I nun am oberen Ende der bisherigen Prognosespanne. Die finanzielle Ausgangslage für weiteres Wachstum hat sich damit spürbar verbessert.
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