
Rohstoffe explodierten zunächst zum Jahresstart 2026 – getrieben von Geopolitik, Spekulation und wachsender Volatilität.
Der Start ins Jahr 2026 war für die Finanzmärkte turbulent und Donald Trump stand erneut im Mittelpunkt aller Kontroversen. Das Ergebnis dieses mehr oder weniger orchestrierten Chaos ist eine Beschleunigung der wichtigsten Trends von 2025 und einige eher außergewöhnliche Entwicklungen bei bestimmten Assets.
Man kann die aktuellen Entwicklungen auf dem Rohstoffmarkt, insbesondere auf dem Markt für seltene und Industriemetalle, unmöglich ignorieren. Angesichts der Spannungen zwischen der Europäischen Union und den USA um Grönland, der Androhung von 100-prozentigen Zöllen gegen Kanada, dem Sturz von Maduro in Venezuela und den Drohungen gegen den Iran mangelt es Anlegern nicht an Gründen, ihre Allokationen in Gold oder Silber zu erhöhen.
Hinzu kommt ein recht positiver makroökonomischer Kontext für Wachstum und eine expansive Fiskalpolitik. Daher war es nicht überraschend, dass auch Industriemetalle von diesem Trend profitierten, insbesondere vor dem Hintergrund eines erheblichen Versorgungsdefizits beispielsweise bei Kupfer.
[…] Dennoch sollte die spekulative Dimension der jüngsten Entwicklungen nicht unterschätzt werden. Es ist weder normal noch nachhaltig, dass Kupfer an einem einzigen Tag um 10% zulegt oder Silber innerhalb eines Monats um mehr als 30% steigt. Kurzfristig scheint daher Vorsicht geboten. […]
Bei den makroökonomischen Aussichten sehen wir keine wesentlichen Veränderungen. Der Konsum bleibt in den USA und Europa recht robust und stützt das Wachstum in beiden Regionen. Das Inflationsrisiko ist vorerst weiterhin unter Kontrolle, auch wenn es nicht vollständig verschwunden ist.
Der jüngste Anstieg der Energiepreise – sollte er anhalten – könnte dieses Szenario ins Wanken bringen. Tatsächlich würde unser Ausblick, der trotz der zuvor genannten Risiken für risikoreiche Anlagen weiterhin recht positiv ist, infrage gestellt, sollten die Ölpreise über einen längeren Zeitraum bei 75 bis 80 USD bleiben. Dies würde zu einem Wiederanstieg des Inflationsrisikos, negativen Auswirkungen auf den Konsum und einer wahrscheinlichen Verschärfung der Geldpolitik der Zentralbanken führen. Allerdings sind wir noch nicht so weit, und unsere Hauptannahme bleibt, dass der Ölpreis aufgrund der erheblichen Überkapazitäten in den OPEC-Ländern das ganze Jahr über zwischen 55 und 70 USD schwanken wird.
Auf der Anleihen-Seite bevorzugen wir weiterhin europäische Assets. […]
Nach den verschiedenen Unruhen innerhalb der US-Regierung stieg das Risiko im Januar. Es ist wahrscheinlich, dass die Volatilität in den kommenden Wochen etwas höher bleiben wird als zuvor. Dennoch behalten wir mittelfristig aufgrund der expansiven Fiskalpolitik einen eher optimistischen Ausblick für Aktien bei.
*) François Rimeu ist Senior Strategist bei Crédit Mutuel Asset Management
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