
Frankreichs Haushaltslage belastet Anleihen und Structured Credit. Aegon AM sieht Risiken, aber noch keine breite Kreditkrise.
Der französische Haushaltsdruck hinterlässt zunehmend Spuren an den europäischen Structured-Credit-Märkten. Laut einer Analyse von Aegon Asset Management (Aegon AM) erreichte die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen 5,14%, der Renditeaufschlag gegenüber Bundesanleihen lag bei mehr als 175 Basispunkten. Für 2026 wird ein Haushaltsdefizit von 5,4% des BIP erwartet.
Bei französischen Senior-RMBS hat die Neubewertung die Spreads auf rund 90 Basispunkte steigen lassen. Der Abstand zu vergleichbaren niederländischen Papieren erreichte damit den höchsten Stand seit mehreren Jahren. Aegon AM sieht darin bislang vor allem eine Reaktion auf Liquiditäts- und Laufzeitrisiken sowie einen engeren Anlegerkreis – nicht auf grundsätzliche Zweifel an der Kreditqualität.
Bei Consumer-ABS steht dagegen die finanzielle Belastbarkeit der Haushalte im Mittelpunkt. Anhaltender Kostendruck und der Energieschock könnten insbesondere schwächere Kreditnehmer treffen. Festzinskredite begrenzen zwar die unmittelbare Weitergabe höherer Zinsen, nachrangige Tranchen sind den Belastungen jedoch stärker ausgesetzt.
Auch europäische CLOs weisen ein relevantes Frankreich-Engagement auf: Französische Unternehmen stellen rund 18% der Vermögenswerte eines durchschnittlichen europäischen CLO. Auf Umsatzbasis liegt der Anteil laut Analyse bei etwa 15 bis 20%. Einzelne Transaktionen bewegen sich zwischen 8 und 30%.
Der Druck könnte zunächst über Finanzierung und Refinanzierung entstehen. Rund 3 bis 6% eines typischen CLO entfallen auf Unternehmen, die besonders von staatlich beauftragten Gesundheitsleistungen oder nicht notwendigen Konsumausgaben abhängig sind. Viele dieser Unternehmen seien derzeit allerdings gut finanziert und nicht in einer finanziellen Notlage.
Auch die bisherigen Kennzahlen sprechen laut Aegon AM nicht für eine breite Krise: Französische Leveraged Loans lagen seit Jahresbeginn rund 1,5% hinter dem breiteren Index. Von den 15 größten französischen Emittenten in CLO-Portfolios notierte lediglich einer unter einem Cash-Kurs von 90 Cent.
Damit zeichnet sich bislang eher eine selektive Neubewertung französischer Risiken ab als eine flächendeckende Verschlechterung der Kreditqualität.
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