Auftragsverschiebungen bremsen Jahresziele bei Rheinmetall

Rheinmetall wächst im dritten Quartal kräftig, muss aber die Jahresprognose senken. Verzögerungen bei Großaufträgen verschieben Umsatz ins Jahr 2027.

Der Rheinmetall-Konzern hat im dritten Quartal 2026 erneut deutlich zugelegt. Der Umsatz stieg um 36% auf 3,15 Mrd. EUR nach 2,31 Mrd. EUR im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis verbesserte sich sogar um 62% auf 553 Mio. EUR. Entsprechend kletterte die operative Marge von 14,8 auf 17,5%.

Der Auftragseingang erreichte 2,89 Mrd. EUR und lag damit leicht unter dem Vorjahresniveau. Auch der operative Free Cashflow (OFCF) entwickelte sich positiv: Zwar blieb er mit minus 82 Mio. EUR negativ, fiel damit aber deutlich besser aus als im Vorjahresquartal mit minus 168 Mio. EUR.

Trotz der guten operativen Entwicklung muss Rheinmetall die Jahresprognose für 2026 zurücknehmen. Hintergrund ist insbesondere die voraussichtlich verzögerte Beauftragung des Projekts Arminius. Der entsprechende Auftragseingang werde nicht mehr im laufenden Geschäftsjahr erwartet. Damit verschieben sich auch die damit verbundenen Anzahlungen und Umsatzbeiträge ins Jahr 2027.

Rheinmetall 2026/31

Rheinmetall 2026/31

Zusätzliche Verzögerungen zeichnen sich im Bereich Waffe und Munition ab. Bei neuen Geschäftsaktivitäten, insbesondere der Zusammenarbeit mit dem niederländischen Unternehmen Destinus, dürften sich nicht sämtliche ursprünglich erwarteten Umsatzchancen noch 2026 realisieren lassen. Auch bei Artilleriemunition sind Verzögerungen bei den Losabnahmen absehbar. Die entsprechenden Umsätze werden ebenfalls ins kommende Jahr verschoben.

Rheinmetall erwarte für das Gesamtjahr nunmehr einen Umsatz von rund 13,2 Mrd. EUR statt der bislang prognostizierten 13,7 bis 14,2 Mrd. EUR. Die operative Marge soll rund 18,5% erreichen, nach zuvor erwarteten rund 19%. Die Anpassung begründet sich auch mit dem veränderten Produktmix.

Beim operativen Free Cashflow rechnet der Konzern weiterhin mit einem positiven Wert. Die ursprüngliche Erwartung einer Cash-Conversion-Rate von über 40% dürfte allerdings nicht mehr gelten. Sie hatte insbesondere auf den erwarteten Anzahlungen aus dem Arminius-Projekt basiert.

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