
Lindt & Sprüngli senkt das Umsatzwachstum 2026 auf 0 bis 2%. Die EBIT-Margenprognose bleibt dagegen unverändert.
Bei Lindt & Sprüngli fällt das Umsatzwachstum 2026 schwächer aus als bislang erwartet. Der Schweizer Premium-Schokoladenhersteller senkt seinen Ausblick für das organische Umsatzwachstum von bislang 4 bis 6% auf nun 0 bis 2%. Gleichzeitig bestätigt die Gruppe ihre Prognose, die EBIT-Marge im Gesamtjahr um 20 bis 40 Basispunkte gegenüber dem Vorjahr zu verbessern.
Der Grund für die Anpassung liegt vor allem in der schwächeren Konsumnachfrage in Europa. Nach Angaben von Lindt & Sprüngli haben die verhaltene Konsumentenstimmung und die gestiegene Preissensibilität insbesondere in Deutschland, der Schweiz und Österreich zu niedrigeren Auftragsvolumen geführt. Betroffen ist vor allem das saisonale Geschäft. Zusätzlich habe die extreme Hitze im Sommer die Umsätze der europäischen Schokoladenindustrie belastet.
Für Bondholder ist dabei vor allem die Entwicklung der operativen Ertragskraft interessant. Trotz der deutlichen Korrektur beim Umsatz hält Lindt & Sprüngli an der Margenverbesserung fest. Das deutet zumindest auf eine weiterhin robuste operative Kostenstruktur hin. Das Unternehmen verweist zudem auf seine starke Bilanz und einen anhaltend robusten Free Cashflow. Konkrete Kennzahlen zu Verschuldung, Liquidität oder Cashflow nennt die aktuelle Mitteilung allerdings nicht.
Rückenwind erwartet die Gruppe von der Entwicklung der Kakaopreise. Diese haben sich nach Angaben von Lindt & Sprüngli von ihren historischen Höchstständen entfernt. Dadurch soll sich der Kostendruck in den kommenden Monaten schrittweise normalisieren. Gleichzeitig will das Unternehmen mit höheren Markeninvestitionen, Innovationen, einer angepassten Preisstrategie und konsequentem Kostenmanagement gegensteuern.
Für 2027 rechnet Lindt & Sprüngli wieder mit positivem Volumenwachstum. Die mittel- bis langfristige Strategie bleibt ebenfalls unverändert: Ab 2028 soll das organische Umsatzwachstum bei 6 bis 8% liegen, während die EBIT-Marge weiterhin jährlich um 20 bis 40 Basispunkte verbessert werden soll.
Für den Kapitalmarkt bleibt damit zunächst die Frage, ob die schwächere Nachfrage tatsächlich nur eine temporäre Delle darstellt. Lindt & Sprüngli selbst rechnet mit einer Erholung der Nachfrage und bestätigt gleichzeitig die strategischen Ziele. Den nächsten konkreten Datenpunkt liefert der Jahresumsatz 2026 am 19. Januar 2027.
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