Klimawandel kommt an: Wasserkraftflaute drückt Ergebnis der VERBUND um 29%

VERBUND leidet unter historisch niedriger Wasserführung und sinkenden Absatzpreisen. Der österreichische Energiekonzern reduziert seine Jahresprognose.

Der österreichische Energiekonzern VERBUND hat in den ersten neun Monaten deutliche Ergebniseinbußen verzeichnet. Historisch niedrige Wasserführung und rückläufige realisierte Absatzpreise für die Eigenerzeugung aus Wasserkraft belasteten die Geschäftsentwicklung. Das EBITDA sank um 29% auf 1.498,5 Mio. EUR, das Konzernergebnis sogar um 44% auf 684,8 Mio. EUR. Bereinigt um Einmaleffekte belief sich das Konzernergebnis auf 725 Mio. EUR und lag damit 37% unter Vorjahr.

Besonders deutlich zeigt sich die Belastung bei der Stromerzeugung aus Wasserkraft. Diese verringerte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 20% auf 15.984 GWh. Der Erzeugungskoeffizient der Laufwasserkraftwerke lag mit 0,61 um 39 Prozentpunkte unter dem langjährigen Durchschnitt. Auch die Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke ging um 11% zurück.

Zwar stieg die Erzeugung aus Windkraft und Photovoltaik infolge neuer Inbetriebnahmen um 70 auf 1.622 GWh. Die unterplanmäßigen Wind- und Sonnenverhältnisse begrenzten den Zuwachs jedoch. Insgesamt sank die Eigenerzeugung des Konzerns um 18%.

VERBUND 2024/31

VERBUND 2024/31

Zusätzlich belastete der niedrigere realisierte Absatzpreis für Wasserkraft das Ergebnis. Dieser fiel um rund ein Drittel auf 79,7 EUR/MWh. Während VERBUND im Vorjahreszeitraum noch von vorzeitigen Limit-Verkäufen zu hohen Großhandelspreisen profitiert hatte, mussten in den ersten neun Monaten umfangreiche Rückkäufe zur Deckung nicht erzeugter Strommengen zu deutlich höheren Spotmarktpreisen erfolgen.

Im Endkundengeschäft und durch positive Bewertungseffekte legte der Bereich Absatz zu. Alle sonstigen Segmente profitierten insbesondere von hohen Spreads im thermischen Bereich zu Jahresbeginn.

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet VERBUND nun ein EBITDA von rund 2.120 Mio. EUR, ein berichtetes Konzernergebnis von rund 1.010 Mio. EUR und ein bereinigtes Konzernergebnis von rund 1.050 Mio. EUR. Die bisherigen Prognosebandbreiten werden damit ersetzt. In der aktualisierten Einschätzung ist eine unterdurchschnittliche Wasserführung im Oktober berücksichtigt; für November und Dezember wird eine durchschnittliche Eigenerzeugung aus Wasserkraft, Windkraft und Photovoltaik unterstellt.

Die geplante Ausschüttungsquote für 2026 liege weiterhin zwischen 45 und 55% des um Einmaleffekte bereinigten Konzernergebnisses.

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